Was, wenn die Lieben sich bekriegen?: Hochzeit als Scheidungskind

Scheidungskinder haben es oft nicht leicht - das ändert sich auch häufig im Erwachsenenalter nicht. Foto: © Victoria М

Eine Hochzeit sollte immer ein freudiges Ereignis sein, an dem die Liebe zueinander zelebriert wird. Dass bei diesem natürlich auch alle wichtigen Personen im Leben von Braut und Bräutigam nicht fehlen dürfen, versteht sich von selbst – allen voran die Eltern des Brautpaares als wichtigste Konstante im Leben beider. Doch was tun, wenn diese Konstanten eher auf Kollision aus sind? Sind die Eltern oder Schwiegereltern in spe geschieden, kann es schnell unangenehm werden – für alle Beteiligten.


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Nicht „entweder oder“

..sondern „sowohl als auch“ – das gilt auch für die Einladungen an die geschiedenen Eltern. Es ist nur verständlich, dass das Brautpaar am wichtigsten Tag ihres Lebens Mutter und Vater dabei haben will. Weder Braut noch Bräutigam sollten daher im Vorfeld abwägen, ob es nicht besser wäre, sich für eine Partei zu entscheiden, um möglichen Ärger am Trauungstag im Keim zu ersticken. Wer zu beiden Elternteilen trotz Trennung eine gute Beziehung pflegt, sollte sich nicht entscheiden müssen und darf von den Geschiedenen erwarten, dass eventuelle Streitigkeiten und Ärger zu diesem besonderen Anlass runtergeschluckt und nicht öffentlich ausgetragen werden.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Wem es zu heikel ist, sich auf die Besonnenheit der eventuellen Streithähne zu verlassen, sollte bereits im Vorfeld das Gespräch zu beiden suchen. Hier sollte das Brautpaar ganz klar formulieren, dass es keinen Streit und fiese Spitzen auf ihrer Hochzeit dulden wird und notfalls sogar einen der Parteien auffordern wird, die Feier zu verlassen, sollte sich nicht an die Absprache gehalten werden. Geklärt werden sollte auch, ob die neuen Partner der geschiedenen Eltern die Situation entspannen, oder vielmehr zu deren Eskalation beitragen. Verstehen sich Braut oder Bräutigam nicht mit dem neuen Lebensgefährten der Eltern und haben eher kein gutes Gefühl, diese einzuladen, so sollte auch dies im Vorfeld ehrlich kommuniziert werden. Schließlich ist es IHR großer Tag und sie allein entscheiden, wer eingeladen wird, und wer eben nicht. Tragen die neuen Partner hingegen eher zur Wahrung des Friedens bei und sind Braut und Bräutigam diesen wohlgesonnen, so gehören sie natürlich auch auf die Gästeliste. Ob andere Parteien, zum Beispiel aus dem weiteren Familienkreis, diese gutheißen, sollte stets zweitrangig sein.

Distanz trotz Nähe

Natürlich sollte sich das Brautpaar an ihrem schönsten Tag des Lebens keine Vorschriften über die Ausrichtung ihrer Feier machen lassen. Wenn auch der Zwist zwischen den Eltern kein Grund ist, alle Pläne den großen Tag betreffend, vorher von den eventuellen Streithähnen absegnen zu lassen, so sollte doch eine Sache definitiv genauer unter die Lupe genommen werden – die Tischordnung.

Viele geschiedene Paare haben kein Problem damit, auf der selben Feier im selben Raum zu sein, ist die Distanz jedoch auf eine Lücke zwischen zwei Stühlen begrenzt, kann es schnell ungemütlich werden. Planen Braut und Bräutigam also an einer Tafel neben ihren jeweiligen Eltern zu sitzen, obwohl eine oder beide Paare getrennt und sich nicht grün sind, ist dies natürlich der perfekte Nährboden für Streit und lange Gesichter. Dies wiederum wirkt sich dann auch auf das Wohlbefinden des Brautpaares aus, was natürlich nicht gewollt sein kann.

Sind sowohl die Eltern der Braut, als auch des Bräutigams geschieden, so könnte die Brautmutter neben ihrer Tochter platziert werden und neben ihr der Vater des Bräutigams. Auf der anderen Seite würde dann die Mutter des Bräutigams neben dem Vater der Braut sitzen. So besteht kein direkter Kontakt zwischen den ehemaligen Ehepartnern, jedoch auch keine große Distanz zu ihren Kindern. Sind nur die Eltern von Braut oder Bräutigam nicht mehr verheiratet und bereits wieder in festen Händen, so könnten auch die Mütter neben der Braut und die Väter neben dem Bräutigam platziert werden. Die jeweils neuen Partner des geschiedenen Paares könnten dann über Eck in die Sitzordnung integriert werden, sodass niemand auf seinen Partner verzichten, aber auch dem Ehemaligen nicht zu nahe kommt.

Haben Braut und Bräutigam ein ganz besonders streitwütiges geschiedenes Elternpaar, hilft wohl auch die kleine Distanz über drei Stühle nicht, die beiden davon abzuhalten, erbittert zu streiten. Hier sollte auch nicht versucht werden, etwas zu erzwingen, was nicht gelingen kann. Diese Parteien sollte Plätze zugewiesen bekommen, die weit voneinander entfernt liegen. Am besten das Brautpaar wählt hier auch Sitznachbarn, die dem jeweiligen Elternteil wohlgesonnen sind und zur Aufheiterung der Stimmung beitragen.

Sicherlich werden die geschiedenen Elternteile Verständnis für die Sorgen ihres Kindes haben und sich für den großen Tag zusammenreißen, ist das Verhältnis zum Ex-Partner auch noch so geschädigt. Sollte dies nicht der Fall sein, hilft nur eins: Konsequenz – so traurig es dann auch ist.

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