Vor dem Ja-Wort noch der „Papierkram“

Bevor es am Tag der Trauung das Stammbuch gibt, müssen im Vorfeld einige Behördengänge erledigt werden. Foto: Anke Donner

Heiraten ist leider nicht nur Romantik, sondern auch trockene Bürokratie. Denn bevor sich das Ja-Wort gegeben werden kann, müssen einige Behördengänge gemacht werden. Hier ein kleiner Überblick über das, was vorher unbedingt erledigt werden muss.


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Sowohl das Standesamt, als auch die Kirche benötigt vor der Hochzeit bestimmte Unterlagen, damit die Eheschließung rechtskräftig wird. Beim Standesamt müssen Personalausweis oder Reisepass, Aufenthalts- oder Meldebescheinigung und ein beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister vorgelegt werden. Gleiches gilt auch für die Schließung gleichgeschlechtlicher Ehen. Wenn es bereits gemeinsame Kinder gibt, werden Geburtsurkunden oder beglaubigter Abschriften aus dem Geburtenregister des Kindes benötigt. Zudem kann es sein, dass das Standesamt eine Sorgerechtserklärung und eine Urkunde über die Anerkennung der Vaterschaft verlangt. Falls ein Partner schon verheiratet war, muss dem Standesamt eine beglaubigte Kopie aus dem Eheregister mit Auflösungsvermerk, das Scheidungsurteil, oder die Sterbeurkunde des früheren Ehepartners vorliegen. Dies gilt auch für frühere eingetragene Lebenspartnerschaften. Grundsätzlich sollte man aber beim zuständigen Standesamt noch einmal alle notwendigen Dokumente abfragen.

Unterlagen für die kirchliche Trauung

Für eine katholische Trauung müssen Personalausweis oder Reisepass im zuständigen Pfarramt vorgelegt werden. Zudem wird die Taufbescheinigung, die Firmungsurkunde und eine Bescheinigung darüber, dass Braut und Bräutigam ledig sind, verlangt. Diese Dokumente sind beim Pfarramt der Gemeinde, in der die Zukünftigen getauft worden, erhältlich. Außerdem wird die Heiratsurkunde der standesamtlichen Trauung benötigt. Vor der Trauung findet ein Traugespräch statt. Hier werden die Paare über die Rechte und Pflichten der katholischen Ehe aufgeklärt und unterschreiben das Ehevorbereitungsprotokoll. Für die evangelische Eheschließung müssen dem zuständigen Pfarramt gültige Ausweisdokumente, die Taufbescheinigung und die Heiratsurkunde der standesamtlichen Trauung, beziehungsweise eine Bestätigung der Anmeldung zur Eheschließung, vorgelegt werden.

Auch gleichgeschlechtliche Paare können kirchlich heiraten und müssen die gleichen Dokumente vorlegen. Allerdings nur in der evangelischen Kirche. Die katholische Kirche verbietet jegliche Form von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Eine Heirat mit Gottes Segen ist für Katholiken also ausgeschlossen. Etwas lockerer sieht es die evangelische Kirche. Hier ist es durchaus möglich, sich in einer Kirche trauen zu lassen. Die evangelische Kirche spricht dann jedoch nicht von einer Trauung, sondern von einem Segnungs-Gottesdienst. Ob eine solche Segnung zugelassen und als öffentlicher Gottesdienst durchgeführt wird, entscheidet der Pastor der Gemeinde.

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