Bei Unplugged Weddings hat das Smartphone Pause. Foto: Pixabay

Unplugged Weddings: Einfach mal offline bleiben

Sie sind unsere ständigen Begleiter und binnen Sekunden gezückt um die kleinen und großen Erlebnisse des Alltags festzuhalten - unsere Smartphones. Es gibt jedoch Situationen, in denen der Aufnahme-Hype so langsam groteske Züge annimmt. Viele haben dies bestimmt schon bei Sport- oder Musikevents erlebt, wenn man ins Publikum schaut und eine Flut an Displays erkennt und sich unweigerlich fragt, was den Menschen inzwischen wichtiger ist, das Erlebnis an sich, oder die Aufnahme und Präsentation des scheinbar erlebten. Was in der Masse von Besuchern in Stadien und Konzerthallen vielleicht noch tolerierbar ist, kann gerade auf Hochzeiten ein echter Stimmungskiller sein. Wer seine Gäste dazu bringen will, den Hochzeitstag live und ohne Filter zu erleben, kann sich für die immer beliebter werdende "Unplugged Wedding" entscheiden.

Was ist eine Unplugged Wedding?


Anders als der Name vermuten lässt, hat eine Unplugged Wedding nichts mit Musik zu tun. Vielmehr sind damit Hochzeiten gemeint, bei denen das Brautpaar die Gäste bewusst dazu aufruft die eigenen Smartphones und Kameras zu Hause oder zumindest in der Tasche zu lassen, um die schönsten und emotionalsten Momente nicht nur durch ein Display zu sehen und dem Ablauf somit auch mehr Aufmerksamkeit spenden und dem Brautpaar den nötigen Respekt zollen. Das Brautpaar selbst sorgt selbstverständlich für einen professionellen Fotografen (und immer öfter auch für Videografen), der natürlich nicht nur die Highlights des Hochzeitstages einfängt, sondern auch die Reaktionen der Gäste festhält. Im Nachgang erhält jeder Gast vom Brautpaar ebenfalls die schönsten Bilder und ausgewählte Abzüge auf denen er selbst zu sehen ist.

Was für Vorteile hat eine Unplugged Wedding?


Der Verzicht auf die Erstellung von Bild- und Videomaterial durch die Gäste, kommt in erster Linie ihnen selber zugute. Wer die ganze Zeit damit beschäftigt ist, auf sein Display zu starren und den richtigen Winkel für das vermeintlich perfekte Foto zu finden, dem gehen unweigerlich Emotionen verloren oder verpasst sogar bestimmte Momente völlig. Gerade das Ja-Wort, der erste Kuss als verheiratetes Paar oder der Hochzeitstanz sind natürlich Momente auf jeder Hochzeit, die unbedingt festgehalten werden müssen, wenn neben dem engagierten Profi jedoch auch noch zahlreiche Hobby-Fotografen um den besten Platz zum "Knipsen" buhlen, könnten erstere bei ihrer Arbeit behindert werden. Die Flut an privaten Aufnahmen zu unterbinden sorgt somit auch dafür, dass der oder die Profis ungestört arbeiten können. Der Trend hat jedoch auch einen positiven Effekt auf die "Verstoßenen" selbst, denn auf den Aufnahmen werden sie selber auch richtig zu erkennen sein, ohne störende Smartphones vor dem Gesicht.

Welche Nachteile hat eine Unplugged Wedding?


Heutzutage eine Hochzeit oder generell größere Veranstaltung handyfrei zu halten, klingt schon fast nach Utopie. Das Brautpaar sollte daher davon ausgehen, dass manche Gäste sich nur widerwillig von ihrem Smartphone lösen können und sich in ihrer persönlichen Entfaltung eingeschränkt fühlen, wenn diese gänzlich von der Feier verbannt werden sollen. Alternativ könnte das Brautpaar den Gästen Zeitfenster oder bestimmte Orte am Hochzeitstag anbieten, bei welchem die Handys gern zum Einsatz kommen können. Begibt sich das Brautpaar zum Beispiel zum privaten Shooting mit ihrem Fotografen, können die Gäste in dieser Zeit gern Fotos und Selfies schießen. Besonders anbieten würde sich hier die Errichtung einer Selfie-Station. Diese könnte gar als Installation mit Tüchern, Lichtern oder Spiegeln erfolgen, sodass die Gäste für ihren Verzicht entlohnt werden.



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