Trauzeugen – Pflicht oder nur noch Tradition?

Auch wenn Trauzeugen für standesamtlichen Trauungen nicht mehr vorgeschrieben sind, so werden sie doch gern zur Aufrechterhaltung dieser Tradition benannt. Symbolfoto: Anke Donner
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Für viele Brautpaare gehören sie einfach dazu – die Trauzeugen. In der Regel benennen sowohl die Braut, als auch der Bräutigam jeweils eine Person, die die Trauung bezeugt, meist der beste Freund bzw. die beste Freundin oder nahestehende Angehörige. Doch ist die Bestimmung von Trauzeugen heute noch Pflicht, oder inzwischen nur noch gelernte Tradition? Und welche Aufgaben haben Trauzeugen noch?


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In Deutschland sind bereits seit 1998 zur standesamtlichen Trauung keine Trauzeugen mehr vorgeschrieben. Dem Brautpaar steht es jedoch frei bis zu zwei Personen zu benennen, die die Trauung mit ihrer Unterschrift bezeugen. Dies gilt gleichermaßen für die Begründung einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft. Für eine etwaige zusätzliche kirchliche Hochzeit gibt es jedoch konfessionelle Unterschiede. Während die evangelische Kirche die Gültigkeit der standesamtlichen Trauung anerkennt und somit auch keine Trauzeugen vorschreibt, ist die Benennung zweier Zeugen in der katholischen Kirche Pflicht. Diese müssen das 14. Lebensjahr vollendet haben und somit uneingeschränkt religionsfähig sein, um die Kundgabe des Ehekonsenses der Eheschließung zu bezeugen. Des Weiteren müssen die Trauzeugen sich zum christlichen Glauben bekennen, auch wenn die Zugehörigkeit zu der jeweiligen Kirchengemeinschaft nicht notwendig ist. Über die Zulassung der Trauzeugen entscheidet der Geistliche, der die Trauung durchführt. Die Benennung von Trauzeugen dient also in den meisten Fällen nur noch zur Aufrechthaltung einer schönen Tradition.

Aufgaben der Trauzeugen während der Trauung

Da eine Benennung von Trauzeugen nicht mehr vorgeschrieben ist, ist auch deren Platzierung im Standesamt nicht definiert. Üblicherweise sitzt der Trauzeuge des Bräutigams links neben ihm, der Trauzeuge der Braut rechts neben ihr. Der Trauzeuge des Zukünftigen reicht in der Regel die Ringe, während der Trauzeuge der Zukünftigen den Brautstrauß vor dem Ringwechsel übernimmt. Da beide Trauzeugen die Eheschließung mit einer Unterschrift bestätigen, wird zudem der jeweilige gültige Personalausweis benötigt.

Aufgaben der Trauzeugen vor und nach der Trauung

Nicht zuletzt werden Trauzeugen auch als moralische und organisatorische Stütze des Brautpaares benannt. So kümmern sie sich federführend um die Planung des Junggesellen- bzw. Junggesellinnenabschied und übernehmen in Absprache mit den zukünftigen Eheleuten Aufgaben zur Vorbereitung der Hochzeit und der anschließenden Feier. Nicht selten fungieren die Trauzeugen auch als Ansprechpartner für die Gäste und geben Auskunft über mögliche Hochzeitsgeschenke, die Programmgestaltung und den Ablauf der Feierlichkeiten. In erster Linie ist es ihre Aufgabe, den Liebenden den Rücken freizuhalten und ihre Interessen durchzusetzen. Sollten die dann frisch Vermählten im Vorfeld schon signalisieren, dass Vorträge und Hochzeitsspiele auf der Feier nicht inflationär geplant werden sollten, obliegt es den Trauzeugen dies entsprechend zu vermeiden.
Auch im Nachgang sollten die Trauzeugen als Ansprechpartner für das Brautpaar zur Verfügung stehen.

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