Strauß, Strumpfband, Schwelle: Bräuche für den Bräutigam

An seinem großen Tag sollte der Bräutigam lieber Beifahrer sein. Foto: photographmd

Nicht nur die Braut muss vor und während ihrer Hochzeit allerlei Bräuche und Mythen, wie zum Beispiel die Vorgabe, das Hochzeitskleid niemals selber zu nähen (regionalHochzeit.de berichtete), beachten, auch der Mann des Tages hat traditionell einige Aufgaben zu erfüllen und muss sich in einem Punkt sogar in Verzicht üben, sollte er sein Glück nicht herausfordern wollen:


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Brautstrauß

Der Brautstrauß sowie mögliche kleinere Sträuße für die Brautmutter und/oder die Brautjungfern und die Ansteckblumen werden traditionell vom Bräutigam ausgesucht und am Hochzeitstag abgeholt. Sollte die Braut Bedenken haben, dass ihr Liebster das richtige florale Händchen beweist, so ist es durchaus gestattet, kleinere Hinweise auf das Wunsch-Bukett zu geben. Ein weiterer Rettungsanker kommt in Form der zukünftigen Schwiegermutter. Diese darf ihren Sohn bei der Auswahl des Brautstraußes begleiten und vorab ausgiebig von der Zukünftigen gebrieft werden, sodass nichts schiefgehen kann. In der heutigen Zeit ist es jedoch auch durchaus üblich, dass die Braut einfach klar vorab kommuniziert, welche Blumen sie in ihrem Brautstrauß wünscht und wie dieser gebunden werden soll bzw. sich ihren Strauß einfach selber aussucht und lediglich die Abholung ihrem Verlobten überlässt.

Hochzeitsgefährt

Zu einem besonderen Tag gehört natürlich auch ein besonders Vehikel. Dies kommt meist in der Form einer Limousine oder eines schönes Oldtimers daher. Beim Anblick von so vielen Pferdestärken, schlagen sicherlich viele Männerherzen höher, doch am großen Tag gilt: Hände weg vom Steuer! Ein alter Brauch besagt nämlich, dass es Unglück bringt, wenn der Mann des Tages das Hochzeitsgefährt selber steuert. Aufgrund der sicherlich aufkommenden Nervosität am Tag der Tage, ist die Befolgung dieses Brauchs vielleicht auch keine schlechte Idee, um Unfälle aufgrund verminderter Aufmerksamkeit zu vermeiden. Wem es nun wirklich in den Fingern (und in den Füßen) juckt und nicht auf eine Spritztour im Traumauto verzichten möchte, sollte das Gefährt einfach für einen weiteren Tag mieten und am Tag nach der Hochzeit Gas geben. Ist das Hochzeitsauto ein Oldtimer, kann der Spaß jedoch schnell im Keim ersticken, denn aus Versicherungsgründen ist es oft so, dass lediglich der Fahrzeugeigentümer den jeweiligen Wagen steuern darf. 

Hochzeitsanzug

Dass es Unglück bringt, die Braut vor der Hochzeit in ihrem Kleid zu sehen, ist allgemein bekannt und wird auch dementsprechend praktiziert. Als männliches Pendant hat sich eine Art Parallelbrauch entwickelt, welcher auch das Outfit des Bräutigams bis zum großen Tag unter Verschluss hält. In Zeiten der Gleichberechtigung durchaus sinnvoll und eine Extra-Überraschung, welche den First Look, also den Moment, wenn Braut und Bräutigam sich erstmalig in ihrem Hochzeitslook sehen, für beide noch viel aufregender macht. 

Strumpfband

Ein weiteres männliches Pendant ist das Strumpfband-Werfen. Hierbei wird wie beim Brautstraußwerfen der nächste Hochzeitskandidat ermittelt. Der Bräutigam nimmt seiner Angetrauten das Strumpfband unter den Augen der Hochzeitsgesellschaft vom Bein (dies darf ruhig mit ein wenig Unterhaltungscharakter stattfinden) und wirft es in die zuvor versammelten Junggesellen. Derjenige, der das Strumpfband fängt, soll nach dem Brauch der nächste sein, der vor den Traualtar tritt. 

Schwelle

Einem alten Brauch folgend, sollte der Bräutigam seine Angetraute nach der Hochzeit über die heimische Schwelle tragen. Wie viele Bräuche soll auch dies die bösen Geister, die hinter der Türe lauern, von der Braut fernhalten. 

Morgengabe

Was traditionell dazu diente, die Braut im Falle einer Scheidung oder des frühzeitigen Dahinscheidens ihres Angetrauten abzusichern, ist heute zu einer schönen Aufmerksamkeit geworden, die der Beschenkten Freude machen soll: Die Morgengabe. Diese obliegt ebenfalls einzig und allein dem Bräutigam und besteht meist aus einem schönen Schmuckstück oder einer romantischen Kurzreise. Der Kreativität sind jedoch natürlich keine Grenzen gesetzt, sodass geschenkt werden kann, was der Liebsten gefällt. Und auch wenn es die Tradition nicht verlangt, hat sich auch hier ein weibliches Pendant entwickelt, sodass auch die Braut nicht selten ein Präsent für ihren Gatten bereithält, welches sie ihm am Morgen des ersten Ehetages überreicht. 

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