„So viele Stiche, so viele Tränen“: Bräuche und Mythen rund um die Braut

Um die Braut und ihr Kleid ranken sich einige Bräuche und Mythen. Foto: bmf-foto.de

„Something old, something new, something borrowed, something blue“ – dass die Braut ihren Look an ihrem Hochzeitstag mit etwas Altem, etwas Neuem, etwas Geliehenem und etwas Blauem ergänzen sollte, dürfte weitläufig bekannt sein. Um das wichtigste Kleid im Leben einer Frau und die Braut selber ranken sich jedoch noch mehr Bräuche und Mythen. Wer also an seinem schönsten Tag sicherstellen will, das Glück auf seiner Seite zu haben und nicht ins Aberglauben-Fettnäpfchen treten will, der sollte zudem noch folgende Punkte befolgen.


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Weiß trägt nur die Braut

Und wirklich nur die Braut. Schließlich will ihr sicherlich niemand der Anwesenden die Schau stehlen. 

Blau bitte nur fürs Strumpfband

Während für „etwas Blaues“ gern das Strumpfbad im entsprechende Ton gewählt wird, sollte die Überlegung, ob dies vielleicht auch für das Hochzeitskleid gilt, schnell verworfen werden. Blaue Brautkleider sollen nämlich viel Pech bringen, während weiße Kleider Freude garantieren.

Der Schleier muss abgetanzt werden

Sollte die Braut einen Schleier tragen, muss dieser traditionell abgetanzt werden. Hier sollte die Braut jedoch auf einen günstigen Ersatzschleier zurückgreifen, ist es doch Tradition, dass alle ledigen Frauen unter den Hochzeitsgästen versuchen, während des Tanzes, ein möglichst großes Stück des Schleiers zu ergattern. Wer es sich noch leichter machen will, wählt ein Ersatzmodell aus einem leichten Tüll und schneidet diesen partiell ein, sodass die weiblichen Gäste keine große Mühe haben, ihr Stück zu erhalten und der Braut auch keine Haare ausreißen.

In den Brautschuh gehört ein Centstück

Auch wenn sich dies genauso unbequem anhört, wie es sicherlich ist: In den Brautschuh gehört ein Centstück. Dieses soll für zukünftigen Wohlstand sorgen und Geldnöte vom Ehepaar fernhalten. Vielleicht kann sich die Braut vorab mit einem Schuhmacher verständigen, wie sie das Centstück am besten in ihren Schuh integriert, ohne Blessuren davonzutragen. 

Je mehr Knöpfe, desto mehr Lebensjahre

An ein Hochzeitskleid werden sicherlich viele Anforderungen gestellt, die genauso individuell sind, wie die jeweilige Braut, die es trägt. Die Verwendung möglichst vieler Knöpfe gehört wahrscheinlich selten dazu. Dabei symbolisieren diese, einer alten Sage folgend, die noch verbleibenden Lebensjahre der Braut. Bei vielen Knöpfen am Brautkleid, darf sich die Braut also auf ein langes Leben freuen. 

Unterwäsche auf links

Ein Brauch aus dem Nachbarland Österreich besagt, dass die Braut am Hochzeitstag einen Teil ihrer Unterwäsche auf links tragen soll. Dies soll die bösen Geister irritieren, die dann von der Braut ablassen und das Weite suchen.

Bräutigam darf das Kleid nicht sehen

Eine Tradition, die sich ganz fest etabliert hat, ist die, dass der Bräutigam das Brautkleid vor der Trauung nicht zu Gesicht bekommen darf. Ein Blick auf das Hochzeitskleid vor dem großen Moment soll Pech bringen. Die meisten Paare, die diesen Brauch heute noch praktizieren, machen dies jedoch eher, um den Überraschungsmoment nicht zu zerstören und die Freude des Bräutigams zu steigern, wenn er seine Auserwählte am großen Tag zum ersten Mal sieht.

Kein Spiegel

Natürlich kann die Braut an ihrem großen Tag den Blick in den Spiegel nicht vollkommen vermeiden, auch wenn dieses angeblich Unglück bringen soll. Werden Haare und Make-Up gemacht, muss dieses natürlich optisch kontrolliert werden. Eine Ganzkörperbetrachtung sollte jedoch erst vorgenommen werden, wenn die Braut vollständig bekleidet und ihr Look komplettiert ist.

Kein Pfeifen

Um die bösen Geister erst gar nicht aufzuwecken, soll laut Aberglauben in dem Zimmer, in dem das Brautkleid genäht wird, nicht gepfiffen werden. 

Auf den letzten Drücker

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“ – das gilt natürlich auch für zukünftige Bräute auf der Suche nach ihrem Traumkleid. Die Anpassung dieses sollte jedoch so weit wie möglich nach hinten gelegt werden. Nicht nur, weil Bräute meist noch Gewichtsschwankungen unterliegen, sondern auch, weil eine frühe Fertigstellung des Kleides Unglück bringen soll. Wer es dennoch lieber frühzeitig abschließen möchte und nicht bis kurz vor der Trauung, wie es der Brauch verlangt, warten will, der kann auch zum Beispiel einen Knopf oder eine Schleife des Kleides abnehmen lassen und dieses kurz vor der Trauung wieder annähen. Auch die Einnähung eines Glückscents in den Saum ist eine schöne Möglichkeit, der Tradition gerecht zu werden.

Niemals selber nähen

Ist die Braut auch noch so begabt an der Nähmaschine, ihr eigenes Brautkleid sollte sie unter keinen Umständen selber nähen. Der alte Spruch „viele Stiche, viele Tränen“ besagt, dass es Unglück bringt, sein Kleid selber zu nähen. Selbst damalige Schneiderinnen haben ihr Brautkleid von Kolleginnen schneidern lassen, um das Glück nicht auf die Probe zu stellen. Dabei konnten sie sogar noch etwas Gutes tun, denn die Schneiderin, die den ersten Stich am Kleid macht, soll dem Brauch nach selber im folgenden Jahr die Ringe tauschen. 

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