So machen´s die Nachbarn: Hochzeitsbräuche aus Österreich und Schweiz

Der gemeinsame Verzehr von Brot und Wasser soll den gemeinsamen Lebensweg des Brautpaares symbolisieren. Foto: Pawel Michalowski
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Im deutschsprachigen Raum ähneln sich viele Hochzeitsbräuche und Traditionen. Vor allem bei den direkten Nachbarn Österreich und Schweiz werden teils die gleichen Rituale zelebriert. Es gibt allerdings auch einige Eigenarten der Nachbarn, die es sich lohnen könnte zu übernehmen – oder lieber nicht…


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Entspannt in den Tag starten

Das können österreichische Bräute wohl vergessen, denn dort ist es üblich, dass die örtlichen Junggesellen die Dame des Tages bereits um vier Uhr unsanft aus den Träumen reißen. Dabei wird jedoch nicht nur laut gerufen und gesungen, auch Böllerschüsse und eine ganze Blaskapelle sind keine Seltenheit. Auch wenn das ganze dazu dient, die bösen Geister, die nach der Braut gieren, zu vertreiben, gibt es sicherlich schönere Varianten in den schönsten Tag des Lebens zu starten.

Hochzeit mit Hindernissen

Ebenfalls um Geister, bzw. deren Vertreibung, geht es bei dem österreichischen Brauch, bei dem der Bräutigam in Begleitung seines Trauzeugen und seiner Familienmitglieder, die Braut von ihrem Elternhaus abholt. Ganz so einfach, wie es klingt, ist es jedoch nicht: Der Bräutigam muss zunächst einige andere Damenofferten ablehnen, bis die Dame seines Herzens erscheint und sie gemeinsam zum Standesamt bzw. zur Kirche aufbrechen können. Die anderen Damen sollten da dienen, die bösen Geister zu verwirren und die Braut zu schützen. 
Auch der Weg zu Standesamt oder Kirche kann in Österreich nicht reibungslos stattfinden – warten auf die Hochzeitskolonne doch wahrscheinlich einige Straßensperren, bei denen das Brautpaar verschiedene Aufgaben erfüllen muss.

Der berühmte Wiener Walzer

Der Hochzeitstanz schlechthin findet seinen Ursprung bei unseren Nachbarn und wird auch dort natürlich als klassischer Eröffnungstanz gewählt. Sind deutsche Brautpaare nach ihrem Tanz keinen weiteren Regeln unterworfen und können somit frei wählen, mit wem sie weitertanzen und ob überhaupt, müssen österreichische Frischvermählte noch viele weitere Sohlen aufs Parkett legen. Nach dem Ehepartner folgen Tänze mit dem jeweiligen Vater bzw. Mutter und danach mit Schwiegervater und -mutter, um im Anschluss mit allen anderen weiblichen und männlichen Gästen zu tanzen. Hier ist definitiv Kondition und Ausdauer gefragt, schließt die Hochzeit doch auch mit einem letzen Walzer des Brautpaares.

Alles miteinander teilen

„Was mein ist, ist auch dein“ – das ist das allgemeine Verständnis einer Ehe und das Versprechen, was sich viele Brautpaare gegenseitig geben. Symbolisch hierfür teilen sich Frischvermählte in der Schweiz Wasser und ein gesalzenes Stück Brot, welches meist vom Wirt der Hochzeitslocation zum Empfang gereicht wird.

Erst küssen, dann kämpfen

Bevor, wie auch hierzulande, der Kampf um das Sagen in der Ehe am Tortenmesser ausgetragen wird, müssen sich Brautpaare in der Schweiz über das konditorische Kunstwerk küssen. Dabei darf, trotz traditioneller Mehrstöckigkeit der Torte, nichts umgestoßen oder beschädigt werden.

Gute Freunde kann niemand trennen

Dass das auch nach dem Ja-Wort noch so ist, beweisen die Freunde und Freundinnen von Braut und Bräutigam in der Schweiz am Ende der Hochzeitsfeier. Die besten Freunde des Bräutigams tragen die Braut, ihre Freundinnen wiederum ihren Gatten hinaus. 

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