Himmelslaternen – Wünsche, die nach hinten losgehen können

Gute Wünsche, die mittels Himmelslaternen für das Brautpaar in die Höhe steigen, können schnell in einer bösen Überraschung enden. Foto: Pixabay (Public Domain)
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Sie sehen nicht nur schön aus, sondern verzaubern, besonders in Massen, einen abendlichen Himmel in ein Lichtermeer, dessen Anblick wohl auch den unromantischsten Anwesenden emotional berührt – die Himmelslaternen. Doch ist das Steigenlassen dieser überhaupt ohne Weiteres möglich, oder müssen zukünftige Brautpaare oder deren Trauzeugen im Vorfeld entsprechende Genehmigungen einholen?


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Die Geschichte der Himmelslaternen

Die Geschichte der Himmelslaternen kann bis auf über 2000 Jahre zurückverfolgt werden. Sie wurden in China durch den bekannten Militärführer Kong Ming erfunden und werden daher auch häufig als Kong-Ming-Laternen bezeichnet. Damals wurden sie jedoch nicht aus optischen oder romantischen Gründen steigen gelassen, sondern dienten während der Han Dynastie, welche durch Kriege gezeichnet war, als Kommunikationsmittel über weitere Entfernungen. So signalisierten die Himmelslaternen beispielsweise geheime Standorte.

Die Himmelslaternen heute

Heute dienen die Himmelslaternen nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck, sondern sollen Glück bringen und den ein oder anderen Wunsch erfüllen, sodass sie besonders gern bei Hochzeiten eingesetzt werden, um die Wünsche für das Brautpaar gen Himmel zu schicken.

Seit 2006 sind die Himmelslaternen auch in Deutschland erhältlich und erfreuten sich seitdem wachsender Beliebtheit, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, dass das Steigenlassen geräuschlos verläuft und kein erfahrener Spezialist, wie der Pyrotechniker bei einem Hochzeitsfeuerwerk, benötigt wird. Doch die steigende inflationäre Verwendung der Himmelslaternen in Deutschland forderte leider schnell seinen Tribut, sodass es in der Vergangenheit bereits zu Häuserbränden kam. Sind diese erst einmal in der Luft, ist die Flugbahn der hübschen Leuchtkörper leider überhaupt nicht zu kontrollieren, sodass diese in zirka 400 Metern Höhe bis zu fünf Kilometer vom Startpunkt schweben können bevor sie vom Himmel fallen. Ein unkontrollierbares Risiko, welches 2009 in Siegen leider zum Tod eines Zehnjährigen führte, woraufhin auch in Niedersachsen ab 1. Mai 2009 ein generelles Verbot der Himmelslaternen durch den Gesetzgeber ausgesprochen wurde. An die Flugsicherung gestellte Anträge für eventuelle Sondergenehmigungen haben seitdem keinerlei Aussicht auf Erfolg. Wer trotz bestehenden Verbotes die Himmelslaternen steigen lässt, muss mit hohen Strafen rechnen.

LED als Alternative?

Leider sind aufgrund des Schutzes des Luftraums und der Umwelt auch mögliche Alternativen wie LED-Laternen, Knicklichter-Ballons oder Ballons, die mit nicht lange brennenden Wunderkerzen bestückt sind, verboten.

Fliegende Wünsche

Wer trotzdem nicht darauf verzichten möchte, Wünsche für das Brautpaar auf besondere Art und Weise zu übermitteln, der kann auf die sogenannten Flying Wish Papers zurückgreifen. Diese stellen eine unbedenkliche Alternative zu den Himmelslaternen dar, die keinerlei Erlaubnis bedarf und sogar in geschlossenen Räumen verwendet werden darf. Auch hier können die Hochzeitsgäste Wünsche für das Brautpaar auf einen blauen Pergamentzettel schreiben und diesen, nachdem er in rollenartiger Form auf eine feuerfeste Unterlage gestellt wurde, anzünden. Die Wunschzettel steigen dann, nachdem sie mit einer blauen Flamme abgebrannt sind, nach oben. Da lediglich die Asche vom Winde verweht wird, sind die Flying Wish Papers nicht erlaubnisbedürftig und vollkommen unbedenklich.

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