Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt: Tipps gegen Wedding-Blues

Selbst die tougheste Braut kann vom Wedding-Blues erfasst werden. Foto: Pixabay (Public Domain)
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Nicht selten liegt am Hochzeitstag ein ganzes Jahr der Planung, Aufregung, Vorfreude, aber auch Verzweiflung hinter dem Brautpaar. Vor allem die Braut investiert mitunter ihr ganzes Herzblut in ihre Traumhochzeit. Schließlich hat sie von diesem Tag bereits als kleines Mädchen geträumt und möchte ihn dadurch natürlich umso mehr auch wirklich zum schönsten Tag ihres Lebens machen. Doch was, wenn der letzte Sekt getrunken, die letzten Gäste verabschiedet, die Deko abgebaut und das Brautkleid im Kleidersack verschwindet? Für viele tritt dann eine Zeit der Entspannung und Erleichterung ein, ist man doch jetzt sicher und glücklich im Hafen der Ehe angekommen – andere hingegen fallen in ein gewaltiges Stimmungstief, dem sogenannten Wedding-Blues.


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Der Wedding-Blues zeichnet sich durch plötzliche Lustlosigkeit, Zweifel und emotionale Leere aus. Bräute, die kurz nach dem Ja-Wort so empfinden, sollten jedoch nicht in Panik verfallen. Selbst die Bräute, die sich hundertprozentig sicher sind, ihren Traummann geheiratet zu haben und die „kalte Füße“ nur vom Hörensagen kennen, kann dieses gängige Phänomen treffen. Damit sich der Wedding-Blues jedoch nicht zur handfesten Ehe-Depression entwickelt, muss man natürlich wissen, welche Ursachen dieser hat, wie man ihn verhindern kann und was zu tun ist, wenn es einen doch erwischt hat:

Gründe für den Wedding-Blues

Jetzt gibt es kein zurück mehr – die Ringe sind getauscht und das langersehnte Eheleben beginnt. Hier wird vielen erst wirklich bewusst, dass sie nun tatsächlich verheiratet sind und sie ab jetzt für immer (so zumindest der Plan) mit ihrem Auserwählten zusammen sein werden. Nie wieder ein anderer Mann und am Wochenende unterwegs mit Freundinnen wird man plötzlich aufgrund des Eheringes wie ein asexuelles Wesen von einem anderen Stern komplett ausgeklammert? Wer sich dann auch noch die aktuellen Scheidungsraten ansieht, der befindet sich schon im Sinkflug in das Stimmungstief. Aber auch die Leere, die die intensive Planungsphase der Traumhochzeit hinterlässt, kann eine Braut direkt in den Wedding-Blues treiben. Man fühlt sich ausgelaugt und der Antrieb, den die Braut während der Hochzeitsplanung empfand, weicht einer Traurigkeit, die daraus resultiert, dass man nun das große Projekt abgeschlossen hat und aufgabenlos zurückbleibt. Aber auch das eigene Ego kann den Wedding-Blues begünstigen. War man gerade noch die Person des Tages und wurde auch während der Planungszeit von allen Seiten bemuttert und hofiert, so ist man nun eine Ehefrau und damit eine von vielen. Vielleicht hat man sich aber den schönsten Tag im Leben in der Vorstellung etwas anders ausgemalt, als er dann tatsächlich war und auch die Auswirkungen, die die Braut dem Hochzeitstag auf ihr weiteres Leben und ihre Gefühlswelt zugeschrieben hat, sind nicht eingetreten. Eine Hochzeit ist eben noch kein Garant für eine Hoch-Zeit.

Prävention statt Depression

Selbst wenn es sich bei der Hochzeit natürlich um einen bedeutungsvollen Tag handelt, der für immer im Gedächtnis des Brautpaares bleiben wird, so sollte man ihm doch keine lebensändernde Wirkung zusprechen. Der Mann, den die Braut auserwählt hat, wird auch nach dem Ja-Wort der selbe bleiben – ebenso wie die Braut sich auch mit einem Ring am Finger nicht grundlegend ändern wird. In die Rolle eines Ehepaares müssen beide erst hineinwachsen, das geschieht natürlich nicht durch ein begrenztes Ereignis, sondern muss mit der Zeit reifen. Das soll jedoch nicht heißen, dass der Hochzeitstag ein Tag wie jeder andere ist – ganz im Gegenteil. Jede Minute sollte voll ausgekostet werden, denn leider verfliegen diese viel zu schnell. Die Braut sollte sich daher bereits am Tag der Tage nicht um alles selber kümmern, sondern bestimmte Aufgaben auch delegieren, um ihren Tag genießen zu können. Auch sollte zwischendurch immer ein Moment des Innehaltens geschaffen werden, um die besonderen Momente des Tages auch vollends zu realisieren – und das am besten gemeinsam. Nicht selten werden Braut und Bräutigam nämlich bei ihrer Hochzeit so von den Gästen beider Lager in Beschlag genommen, dass sie viele Momente getrennt voneinander erleben. Auch das abrupte Ende des schönsten Tag im Lebens kann die Braut in ein Stimmungstief stürzen lassen. Schließlich kann das Hochgefühl, dass die Planung und der große Tag ausgelöst haben, nicht einfach per Schalter ausgestellt werden und die Braut mit ebendiesem allein gelassen werden. Empfehlenswert ist es daher, die Feierlichkeiten langsam ausklingen zu lassen und mit dem Verlassen der Hochzeitslocation nicht auch die Vermählungsfeier an sich zu beenden. Ein Hochzeitsbrunch im engsten Freundes- und Familienkreis am Morgen nach dem Ja-Wort sowie die anstehenden Flitterwochen konservieren die Glücksgefühle und lassen Braut und Bräutigam langsam in den Ehealltag gleiten. Manchmal kann aber auch so etwas simples wie das Begleichen von Lieferantenrechnungen in den Tagen nach der Hochzeit ein wahrer Gemütsdämpfer sein. Wer vorab Festpreise vereinbart hat, sollte auf jeden Fall versuchen, alle Leistungen im Vorfeld zu bezahlen, damit das Schrumpfen des Bankkontos den glücklichen Start in das Eheleben nicht vermiest.

Was tun, wenn´s einen erwischt?

Finden sich Bräute trotz Vorkehrungsmaßnahmen im Tal der Tränen wieder, so sind vor allem der Ehemann und die besten Freundinnen gefragt. Ein Wellness-Tag mit den Mädels oder ein Shopping-Trip können nach der Aufregung der letzten Monate Wunder wirken und die Frischvermählte daran erinnern, dass es neben der neuen Konstante, ihrem Ehemann, auch alte gibt, auf die sie sich immer verlassen kann. Auch die Aufarbeitung der persönlichen Traumhochzeit durch Sichten und Sortieren der Videos und Fotos, kann eine therapeutische Wirkung haben. Am besten Braut und Bräutigam machen sich schnellstmöglich an die Dokumentation ihres Tages und lassen auch ihre Freunde und Familien daran teilhaben. Bei gemeinschaftlichen Foto- und Videoabenden lassen sich Erinnerungen und Erlebnisse des Tages optimal austauschen und die Braut wird die positiven Gefühle, die sie an diesem Tag spürte, noch einmal erleben können. Auch die Bewegung und der Antrieb, die die Braut während der Planungsphase empfand, sollte einen Platz im Alltag finden. Auch wenn es sich eher nach Kuscheldecke und Schokolade anfühlt, so sollte sich die Braut nicht gehen lassen und aktiv bleiben. Sei es durch die Aufnahme alter Hobbys oder durch neue Projekte im gemeinsamen Zuhause – ein neuer Antrieb ist wichtig, um die gefühlte Nutzlosigkeit zu überwinden. Ganz wichtig dabei ist stets, den Partner mitzunehmen und ihm zu erklären, was gerade in einem vorgeht, sodass er sich nicht den Kopf zerbricht, warum die lebensfrohe Frau, die er kürzlich erst geheiratet hat, zu einem traurigen Couch-Potatoe mutiert ist. Denn erst wenn er versteht, was in seiner Liebsten vorgeht, kann er auch entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen. Dies könnte zum Beispiel die einfache Konzentration auf sich als Paar sein, die der Braut ein schönes und wohliges Gefühl vermittelt. Und wenn es nur eine Einladung zum Essen ist, die gemeinsame Planung möglicher zukünftiger Reiseziele oder ein einfaches „Ich liebe dich“ – oft sind es nun mal die Kleinigkeiten, die Glück bedeuten.

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