Großer Tag mit kleinen Gesten: Den Verstorbenen gedenken

Ein Medaillon mit Fotos des oder der Verstorbenen kann sowohl getragen als auch in den Brautstrauß integriert werden. Foto: Pixabay (Public Domain)
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Der Hochzeitstag ist nicht nur ein ganz besonderer Tag für Braut und Bräutigam, auch enge Familienangehörige fiebern häufig schon in der Planungszeit mit dem Zukünftigen auf den schönsten Tag im Leben hin. Da erzählen die Großeltern von der eigenen Vermählung und versorgen die Enkel mit allerlei Tipps, während die Brautmutter mit ihrer Tochter das Kleid auswählt und der Vater seine Rede probt. Doch was, wenn einer oder mehrere der geliebten Menschen bereits verstorben sind und somit diesem wichtigen Meilenstein des Lebens nicht beiwohnen können? regionalHochzeit.de zeigt folgend, wie am Hochzeitstag den schmerzlich vermissten Menschen gedacht werden kann, ohne die Freude des Festes zu trüben:


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Ein besonderes Erinnerungsstück

Der Brautschleier der verstorbenen Mutter, ein Medaillon der Großmutter oder das Stofftaschentuch des Opas – oft sind es ganz bestimmte Gegenstände, die eine emotionale Verbindung zu den Verstorbenen herstellen und somit Braut oder Bräutigam das Gefühl geben, dass ihre Lieben auch am Hochzeitstag ganz nah bei ihnen sind. Dabei entscheidet der persönliche Geschmack, ob diese Gegenstände ganz prominent getragen, oder eher dezent in das Hochzeitsoutfit eingebaut werden. Ein Medaillon mit den Fotos der verstorbenen Großeltern kann zum Beispiel in den Brautstrauß integriert werden, eine besondere Brosche könnte in der Brautfrisur Platz finden und der Haarkamm versteckt sich hinter dem Einstecktuch. Auch wenn es den anderen Gästen auf den ersten Blick nicht auffallen wird, so wird zumindest das Brautpaar die Verstorbenen ganz nah bei sich wissen.

Ein besonderer Platz

Wem eine besonderes Erinnerungsstück versteckt im Hochzeitsoutfit nicht ausreicht, der kann seinen verstorbenen Lieben auch prominenter gedenken. So kann ein Platz in der ersten Reihe mit einem Foto oder den Lieblingsblumen des Verstorbenen versehen werden. Auch ein kleiner Extratisch mit großformatigen Fotos der Vermissten und/oder entsprechend verzierten Kerzen ist durchaus denkbar. Braut und Bräutigam sollten jedoch darauf achten, dass Fotos gewählt werden, die positive Assoziationen hervorrufen und die Verstorbenen in schönen Situationen zeigen. Auch die Dekoration kann auf die Vorlieben der Verstorbenen abgestimmt sein, sei es durch die Wahl der Lieblingsblumen oder -farben.

Ein besonderes Gericht

Ein bestimmter Kuchen aus Kindheitstagen, eine kräftige Suppe oder ein ganz spezielles Familienrezept – mit bestimmten Gerichten verbinden viele Menschen bestimmte Personen, Gefühle und Erinnerungen. Warum also nicht die Kaffeetafel mit dem Lieblingskuchen von Oma aus Kindheitstagen ausstatten und beim Verzehr und vielen schönen Erinnerungen den Menschen ehren? Damit auch die anderen Gäste wissen, was es mit dieser bestimmten Speise auf sich hat, kann diese auf dem Buffet entsprechend gekennzeichnet werden. Auch ein Hinweis auf den Speisekarten mit Text und Foto ist eine schöne Geste.

Eine besondere Fürbitte

Wer kirchlich heiratet, kann in den Vorabgesprächen mit dem Pfarrer oder Pastor abstimmen, dass spezielle Fürbitten für die Verstorbenen gesprochen werden. Auch der Standesbeamte kann in seiner Traurede auf die Menschen eingehen, die leider nicht anwesend sein können.

Ein besonderes Stück

Auch bestimmte Musikstücke werden häufig mit bestimmten Menschen verbunden und rufen Emotionen und Erinnerung umgehend ab. Ob nun live gesungen beim Einzug in Standesamt oder Kirche oder vom Band, der Lieblingstitel des geliebten Verstorbenen sorgt sicherlich für ein schönes und wohliges Gefühl bei Braut und/oder Bräutigam. Auch der Eröffnungstanz könnte zum Lieblingsstück des Vermissten erfolgen und ihm somit besondere Bedeutung zukommen lassen.

Ein besonderes Foto

Der Verlust eines geliebten Familienmitgliedes hinterlässt selbstverständlich eine große Lücke, die zumindest bildlich auf den Hochzeitsfotos dank moderner Bildbearbeitung gefüllt werden kann. So hat zum Beispiel die dreifache Mutter Anna Bozman Thompson ihren wenige Monate vor der Hochzeit an Leukämie verstorbenen Sohn Lake nachträglich auf den Fotos des großen Tages einfügen lassen. Hierbei hat die befreundete Fotografin Brandy Angel Lake in abgeschwächter Form in die Hochzeitsfotos retuschiert und die Familie somit an diesem wichtigen Tag komplettiert, auch wenn es für Mutter Anna klar war, dass Lake sowieso an ihrem Hochzeitstag ganz nah bei ihnen ist.

So many emotions today as ️Lake has been gone for 6 months now. Somehow I have managed to continue going but there have…

Posted by ~Prayers for Lake Bozman~ on Sonntag, 1. November 2015

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