Für Seemänner und Meerjungfrauen: Heiraten auf hoher See

Ein Kapitän macht noch keine Traumhochzeit. Foto: Pixabay (Public Domain)

Unendliche Weiten, tiefblaues Wasser, frische Meeresluft und atemberaubende Sonnenuntergänge – auf hoher See schlagen sicherlich viele Herzen höher. Für diejenigen, deren Herzen schon länger im gleichen Takt schlagen und die dies nun mit einer Traumhochzeit krönen wollen, kann eine Schiffshochzeit genau das Richtige sein. Doch auch in internationalen Gewässern herrschen bestimmte Gesetze und Regeln, die das zukünftige Brautpaar kennen sollte:


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Planung und Pflichten

Wer sich für eine Hochzeit zu See entscheidet, sollte, wie bei einer Hochzeit zu Land, ausreichend Vorlaufzeit einplanen und sich so früh wie möglich mit den Formalitäten auseinander setzen. 12 Wochen vor dem geplanten Trauungstermin sollte spätestens alles in trockenen Tüchern sein. Hierbei ist zu unterscheiden, ob das Brautpaar lediglich auf der Suche nach einer romantischen Zeremonie und somit nach einer freien Trauung ohne Rechtswirkung ist, oder die Hochzeit wirklich amtlich sein soll. Letztere Variante setzt voraus, dass sowohl die deutschen Hochzeits-Vorschriften als auch die des Reiseziellandes eingehalten werden. Die Zukünftigen sollten daher prüfen, ob eine Apostille, eine beglaubigte deutsche Übersetzung der Hochzeitsurkunde, benötigt wird. Des Weiteren muss das Ja-Wort in internationalen Gewässern und somit mindestens 12 Seemeilen von der Küste entfernt stattfinden. Folgende Dokumente sind notwendig, um den Bund der Ehe aus See zu schließen:

  • Reisepass
  • Ehefähigkeitszeugnis
  • Abstammungsurkunde
  • Apostille (bei Eheschließungen außerhalb der EU)

Wer darf die Trauung vollziehen

„Ein Kapitän darf Paare auf seinem Schiff trauen“- so die weitverbreitete Annahme. Leider ist dies nicht korrekt. Tatsächlich sind nur bestimmte Kapitäne befugt rechtskräftig Ehen zu schließen und zwar diese, die unter der Flagge von Malta, den Bahamas und Bermudas fahren. Auch hier gilt jedoch jeweils die 12-Seemeilen-Regelung. Bei einer Hochzeit auf See unter der Flagge der Bahamas erhalten die Frischvermählten im Anschluss eine Heiratsurkunde des Inselstaates, die später in Deutschland anerkannt und beglaubigt werden muss. Wer unter der Flagge der Bermudas heiratet muss zudem damit rechnen, dass die offiziellen Heiratsdokumente erst bis acht Wochen nach dem Ja-Wort zugestellt werden.

Sollten die zukünftigen Eheleute nicht unter der Flagge von Malta, den Bahamas oder Bermudas kreuzen, so kann auch ein Pfarrer auf See rechtskräftig trauen. Hier sollte jedoch vorab das Einverständnis des heimischen Pfarrers eingeholt werden und alle Formalitäten mit der Kirche der Heimatgemeinde geklärt sein. Auch die vorherige Trauung im heimischen Standesamt ist für eine rechtskräftige Vermählung Pflicht.

Auf welchem Kreuzer können Ringe getauscht werden?

Aufgrund der Tatsache, dass rechtskräftige Ehen nur auf Schiffen geschlossen werden können, die unter der Flagge von Malta, den Bahamas oder Bermudas fahren, bieten natürlich nicht alle Reedereien diesen besonderen Service an. Folgende Kreuzfahrtschiffe erfüllen jedoch die Kriterien:

  • Azmara Cruises
  • Celebrity Cruises
  • Cunard Line
  • P&O Cruises
  • Princess Cruises
  • Royal Caribbean International
  • Sea Clod Cruises
  • TUI Cruises

Kosten der Hochsee-Hochzeit

Neben den Kosten für die reguläre Kreuzfahrt, die sicherlich, je nach der gebuchten Unterbringung, schon nicht ganz günstig sind, kommen noch die Kosten des jeweiligen Hochzeitspaketes hinzu. Hierbei sollten die Zukünftigen mit mindestens 1500 Euro rechnen, die auf den regulären Reisepreis hinzugerechnet werden müssen. Auch wenn dies insgesamt ein großes Loch in die Haushaltskasse reißt, so ist eine Hochzeit auf hoher See sicherlich etwas ganz Besonderes, das so schnell nicht vergessen wird. Außerdem spart man sich die zusätzlichen Kosten für die anschließenden Flitterwochen, was die Gesamtkosten durchaus relativiert. „Dann man tau“, wer nicht seekrank ist.

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