Für eine glückliche Ehe: Die Suppe gemeinsam auslöffeln

Das gemeinsame Essen der Hochzeitssuppe verspricht eine lange und glückliche Ehe. Foto: Halfpoint
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Auch wenn moderne Hochzeiten nicht mehr an die klassischen Menü- oder Buffetregeln gebunden sind und statt traditionellen Vor-, Haupt- und Nachspeisen auch gern unkonventionelle Bewirtungsarten wie Food Stations oder Trucks zum Einsatz kommen, so gibt es doch einen Klassiker, der auf keiner Hochzeit fehlen darf: Die Hochzeitssuppe.


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Suppe mit Symbolkraft

Nicht nur für Traditionsverbundenheit, Bescheidenheit und Heimatliebe steht der flüssige Klassiker der deutschen Küche, die Hochzeitssuppe dient auch als Zeichen des Zusammenhalts der frischgetrauten Eheleute. Gemäß des Brauchs teilen sich die Brautleute einen Teller und löffeln diesen gemeinsam aus – ganz so, wie sie auch in Zukunft mit Schwierigkeiten und Problemen umgehen sollen. Verrät die Stellung der Hände dem Anschnitt der Hochzeitstorte, wer in Zukunft das Sagen in der Ehe hat, ist es Hochzeitssuppe entscheidend, wer schneller den Löffel in der Suppe hat. Versuchen Paare oft beim Anschneiden der Hochzeitstorte die Hände nebeneinander oder ineinander verschränkt zu platzieren, um die Gleichberechtigung und Ausgewogenheit der Beziehung zu signalisieren, sollten sie auch beim Essen der Hochzeitssuppe versuchen, die Löffel gleichzeitig einzutauchen und gemeinsam zu beginnen. Ist dies der Fall, soll eine lange und glückliche Ehe folgen.

Das Salz in der Suppe

Wie Braut und Bräutigam füreinander das Salz in der Suppe sind, so ist das Salz in der Suppe für Braut und Bräutigam bestimmt. Das die Hochzeitssuppe manchmal leicht versalzen daherkommt ist weder den Frühlingsgefühlen des Koches geschuldet, noch in einem Missgeschick begründet. Die Festtagssuppe wird sogar absichtlich ein wenig salziger zubereitet, da dieses, dem Aberglauben nach, für kräftige und gesunde Kinder sorgen soll. Wer verhindern will, dass die Salzmenge in der Suppe überhand nimmt, sollte der Küchenmannschaft vorab einen monetären Anreiz für die Zubereitung einer schmackhaften Suppe zukommen lassen. Traditionell wird dieser Aufgabe vom Bräutigam übernommen.

Die Geschichte der Hochzeitssuppe

Als Zeichen des Wohlstandes und der Großzügigkeit des Brautvaters, der früher die Kosten der Hochzeit tragen musste, wurde in Erwartung eines mehrtägigen Festes zahlreiches Vieh geschlachtet. Um die finanzielle Belastung nicht auf ein existenzgefährdendes Maß zu treiben, wurden vielerorts sogar Gesetze erlassen, die den Umfang der Verköstigung der Hochzeitsgesellschaft regeln sollten. Um sich diesen zu widersetzen, soll ein Schwabe die Idee zu der Hochzeitssuppe gehabt haben, die trotz der zahlreichen und üppigen Einlagen die Hochzeitsordnung erfüllte.

Die Niedersächsische Hochzeitssuppe

Neben den regional unterschiedlichen Einlagen wie Markklößchen, Grießklößchen, Fleischbällchen, Brätknödeln, Pfannkuchenstreifen, Eierstich, Rind- und Hähnchenfleischwürfel gehört auch saisonales Gemüse in die klassische Hochzeitssuppe. Neben traditionellem Suppengemüse wie Erbsen, Möhren, Sellerie, Lauch, Kohlrabi und Blumenkohl natürlich auch Spargel – als das Saisongemüse schlechthin. Für die Zubereitung der Hochzeitssuppe müssen einige Stunden Küchen- und Kochzeit eingeplant werden. Die Niedersächsische Variante wird mit folgenden Zutaten zubereitet:

Für die Brühe:

  • Suppenfleisch Rind und/oder Huhn
  • Suppenknochen
  • Lauch
  • Sellerie
  • Möhren
  • Zwiebel
  • Petersilienwurzel
  • Salz und Pfeffer

Für die Einlage:

  • Spargel
  • Thüringer Mett
  • Eierstich 
  • Petersilie gehackt
  • Muskat
  • Suppennudeln

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