Elf Knigge-Fallen für Hochzeitsgäste

Insbesondere um die Trauung nicht zu stören, sollten Hochzeitsgäste unbedingt auf Pünktlichkeit achten. Foto: Pixabay (Public Domain)

Eine Hochzeit ist immer ein Fest der Freude, welches nicht selten mit fortschreitender Stunde feucht-fröhlich gefeiert wird. Zuvor müssen das Hochzeitspaar und seine Gäste jedoch das Standard-Programm meistern. Natürlich sind viele Situationen gelernt und vieles wird intuitiv richtig gemacht, es gibt jedoch auch einige Manier-Malheure, die gerade bei Hochzeiten sehr unangenehm sind. regionalHochzeit.de zeigt die elf eklatantesten Knigge-Fallen und wie sie vermieden werden können.

Falsch auf Einladung reagieren

Die Einladungen zur einer Hochzeit werden in der Regel bereits drei Monate vor dem Tag der Tage versandt. Eventuell erhalten die Gäste vorab schon eine Save-the-Date-Einladung, sodass der Termin geblockt werden kann. Hier sollten die zukünftigen Gäste genau lesen, um die Rückmelde-Deadline nicht zu verpassen. Am besten man antwortet umgehend, um die Planungen nicht unnötig zu verkomplizieren und verzögern. Sollten noch Fragen auftauchen, die in der Einladung nicht beantwortet werden, sollte diese mit der Zusage übermittelt werden. Sollten die Gäste nicht teilnehmen können, so ist eine schnellstmögliche förmliche Absage mit kurzer Begründung obligatorisch. Bei nahestehenden Freunden, oder gar Verwandten macht sich ein persönlicher Anruf für die Absage sicher gut und signalisiert die Wertschätzung. Auch wenn Gäste nicht an den Hochzeitsfeierlichkeiten teilnehmen können, empfiehlt es sich, dem Brautpaar trotzdem ein Geschenk zukommen zu lassen, um seine guten Wünsche zu übermitteln. Auf absolutes No-Go ist das unentschuldigte Fehlen auf einer Hochzeit.

Einladung falsch verstehen bzw. Gastfreundschaft ausnutzen

Nicht selten wohnen geliebte Verwandte oder gute Freunde weit entfernt von dem Trauungsort des Brautpaares. Flattert dann die Einladung ins Haus, sollten Brautpaare, die Missverständnissen vorbeugen wollen, gleich eine Preisliste mit möglichen Hotels in der Nähe der Feierlocation beilegen, sodass die Gäste nicht annehmen, Reise- und Hotelkosten würden übernommen werden. Als Hochzeitsgast ist man dafür, sofern es nicht ausdrücklich anders vermerkt wurde, selbst verantwortlich. Sollte das Brautpaar in der Einladung die private Unterbringung bei ihnen zu Hause, bei Verwandten oder Bekannten anbieten, so sollten die Übernachtungsgäste einige wichtige Verhaltensregeln beachten:

• Die Regeln der Gastgeberfamilie sollten respektiert werden
• Länger als zwei Nächte sollten Gäste nicht bleiben
• Nicht allzu heimisch fühlen: Ohne Erlaubnis keine Zimmer betreten
• Unbedingt Hilfe anbieten, sei es beim Tischdecken oder Abräumen, oder einfach nur, sein Bett selber zu machen

Unpünktlichkeit

Generell sollte man, gerade bei so besonders feierlichen Anlässen, wie einer Hochzeit, lieber früher da sein. Pünktlichkeit ist ein absolutes Muss und sollte gerade bei Trauungen beherzigt werden, um den Programmablauf nicht zu stören. Sollten Eingeladene schon vorab wissen, dass sie sich verspäten, sollten das Brautpaar und die Organisatoren (meist die Trauzeugen) informiert werden. Wer aufgrund nicht vorhersehbarer Umstände zu spät kommt, sollte sich möglichst unauffällig verhalten und einen hinteren Platz in der Kirche einnehmen, um den vielleicht in diesem Moment beginnenden Brauteinlauf nicht zu durchlaufen und dem Hochzeitsfotografen vor die Linse zu geraten.

Unpassende Kleidung

Sehr knappe Röcke und Jeans haben an weiblichen Hochzeitsgästen nichts zu suchen und sind tabu. Ebenso die Farbe Weiß, die, sollt es nicht ausdrücklich anders angegeben sein, allein der Braut vorbehalten bleibt. In der Kirche sollte auf zu tiefe Dekolletés und ärmellose Kleidung verzichtet werden. Strümpfe hingegen sind auch im Sommer Pflicht. Sollten Damen sich für eine Kopfbedeckung entscheiden, sei es ein Hut oder ein Fascinator, so sollte dieser in der Kirche und beim Empfang getragen werden. Zum Hochzeitsfest sollten die weiblichen Gäste sich ihres Kopfschmucks jedoch entledigen. Auch die Herren sollten einiges beachten. So gehört ein Smoking ausschließlich auf eine Abendveranstaltung, nicht in die Kirche. Auch als Gast einer Sommerhochzeit sollte das Jackett erst ausgezogen werden, nachdem der Bräutigam seines abgelegt hat. Generell ist eine festliche Kleidung, die bestimmte Regeln beachtet, ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber dem Brautpaar.

Sitzordnung ignorieren

Das Erstellen der Sitzordnung stellt viele Brautpaare vor eine große Aufgabe, sind doch viele Faktoren zu beachten. Die richtige Platzierung der Hochzeitsgäste kann ausschlaggebend sein, um Unruhe und Streit zu vermeiden und sollte daher respektiert werden. Sollten Gäste also nicht glücklich mit der Wahl ihres Tischnachbarns sein, sollten sie an die Mühe denken, die das Brautpaar mit der Aufstellung hatte und seinem Unmut nicht freien Lauf lassen. Zumal die Sitzordnung im Regelfall nicht während der gesamten Feier zwingend ist und sich meist nach dem Essen auflockert. So lange sollten die Füße still gehalten werden.

Sturm auf das Buffet

Die Zeit zwischen Sektempfang und Essen lässt viele Gästemägen anfangen zu knurren. Nichts desto trotz sollte nicht sofort nach Eröffnung des Buffets der Sturm dessen eingeläutet werden. Ist der Hunger auch noch so groß, sollten Hochzeitsgäste sich in Zurückhaltung üben. Vor allem die Hochzeitstorte sollte nicht angeschnitten werden – das obliegt allein dem Brautpaar. Auch sollten die Teller nicht überladen werden und somit Assoziationen mit All-Inclusive-Urlauben hervorrufen. Sind Hochzeitsgäste nicht zufrieden mit den angebotenen Speisen, sollten sie ihre Kritik dennoch für sich behalten. Nörgeln über Essen oder Service sind gerade an diesem besonderen Tag unangebracht.

Die Kleinen werden zum großen Problem 

Die Kleinen Gäste sind nicht selten die großen Stars einer Hochzeit. Ob als Blumenkinder oder einfach nur in Begleitung ihrer Eltern ziehen sie mit ihren schicken Kleidern und Anzügen alle Blicke auf sich. Mit zunehmender Feierzeit fordern Kinder jedoch nicht selten die erhöhte Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Um den Programmablauf des Tages nicht zu stören, sollten Eltern immer ein Auge auf ihre Sprösslinge haben, um zu verhindern, dass die Trauungszeremonie verbal gestört wird, die Kinder nicht die Tanzfläche während des Eröffnungstanzes stürmen, oder das Buffet ungewollt abräumen.

Reden zur falschen Zeit

Die erste Rede sollte der Brautvater halten. Sie wird gehalten, wenn alle Gäste eingetroffen sind und Platz genommen haben. Nach dieser sollte ein gebührender Abstand zu den anschließenden Ansprachen von Brautpaar und anderen Rednern gehalten werden. Trauzeugen haben die Möglichkeit, in Absprache mit dem Brautvater, die erste Redezeit zu übernehmen. Diese sollte vor dem Hauptgang gehalten werden, wenn das Brautpaar ein Menü reicht. Sollte die Verpflegung über ein Buffet geplant sein, sollte der erste Gang eingedeckt werden und die Rede im Anschluss gehalten werden. Danach wird an den Bräutigam zur offiziellen Eröffnung des Buffets übergeben.

Anrufe während der Zeremonie 

Ein absolutes No-Go sowohl bei der Trauung, als auch auf dem anschließenden Fest, sind, auch in Zeiten ständiger Erreichbarkeit, klingelnde Handys. Kirche und Standesamt sind mobilfunkfreie Zonen – das sollte von allen Hochzeitsgästen ausnahmslos berücksichtigt werden. Auch auf der späteren Hochzeitsfeier sollte, wie üblich am Tisch, das Handy zumindest lautlos geschaltet werden.

Frühes Verlassen der Feier 

Selbst wenn die Feier, das Programm, das gereichte Essen und die Tischnachbarn einem Hochzeitsgast nicht zusagen, so sollte die Feier nicht verlassen werden, bis das Brautpaar die Hochzeitstorte angeschnitten hat. Das Brautpaar selber darf einen „französischen Abgang“ hinlegen, die Feier also verlassen, ohne sich zu verabschieden. Dies passiert meist gegen Mitternacht und wird im Regelfall im Vorfeld angekündigt. So lange sollten selbst gelangweilte Hochzeitsgäste ausharren, um das Paar gebührend zu verabschieden.

Aus den Augen, aus dem Sinn 

Ist die Hochzeitsfeier beendet und die Gäste um hoffentlich viele schöne Erinnerungen reicher wieder zu Hause, so sollte den Einladenden eine entsprechende Wertschätzung in Form von ein paar Dankeszeilen zugeschickt werden. Diese freuen sich sicher zu hören, dass es auch für die Gäste ein unvergesslicher Tag war und sie viel Spaß hatten. Auch die Zusendung von Schnappschüssen der Feierlichkeiten zaubern den Frischvermählten sicher ein Lächeln ins Gesicht, sind diese doch oft persönlicher, als die Aufnahmen des Profis.

Medienpartner
Anzeigen