Ein Symbol der Liebe und Freiheit – Der Hochzeitswalzer

Der Walzer ist auch heute noch das Sinnbild der Liebe und Verbundenheit. Foto: Pixabay (Public Domain)

Auch wenn individuelle Eröffnungstänze inzwischen keine Seltenheit mehr sind und viele Brautpaare sich bewusst gegen einen traditionellen Hochzeitstanz entscheiden, so bleibt ein Tanz dennoch tief verknüpft mit der Eröffnung der Feierlichkeiten – der Walzer. Dieser sorgt nicht nur für einen wunderbaren Moment des Hochzeitstages, sondern hat auch eine starke Symbolik.

Nachdem 1875/76 die Zivilehe eingeführt wurde, wurde dieses ein weltliches und bürgerliches Recht, welches in das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) übernommen wurde. Nun standen Gefühle und Liebe statt Geld- und Machtinteressen im Vordergrund und die Ehe basierte nun auf Freiwilligkeit der Partner. Eine wahre Revolution des Eherechts, welche auch gesellschaftliche Veränderungen nach sich zog – das Individuum rückte vermehrt in den Vordergrund. Zu dieser Zeit entwickelte sich der Walzer zum Gesellschaftstanz und wurde zum Sinnbild der neuen gesellschaftlichen Werte, deren Ursprung in der Französischen Revolution zu finden waren: Liberté und égalité – also Freiheit und Gleichheit. Die Menschen empfanden den Walzer, bedingt durch die körperliche Nähe und die schnellen Drehungen, als Ausdruck dieser neuen Freiheit.

Unmoralisch und gesundheitsgefährdend

Als einzige Möglichkeit sich in der Öffentlichkeit überhaupt zu berühren, gewann der Walzer schnell an Beliebtheit. Gleichzeitig aber wuchs die Abneigung gegen ihn, sodass er als unmoralisch verdammt und im Anschluss sogar als „gesundheitsgefährdend“ deklariert und verboten wurde. Erst die Strauß-Dynastie, die nicht nur ausgezeichnete Kapellmeister, sondern auch die bekanntesten Walzerkompositionen lieferte, sorgte dafür, dass der Walzer hoffähig wurde und bald schon in der ganzen Welt getanzt wurde.

Walzer als Symbiose zweier Hälften

Genauso wie die Eheringe ein Symbol der Treue und Vereinigung zweier Individuen ist, so dient auch der Walzer als Ausdruck der Ergänzung zweier Menschen – die Suche nach der anderen Hälfte ist abgeschlossen. Auch heute noch ist der Walzer das Sinnbild der Liebe und der Gefühle, die das Brautpaar miteinander verbinden und somit gar nicht so altmodisch wie sein Ruf.

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