Die Morgengabe – Entschädigung erfährt Gleichberechtigung

Die Morgengabe muss nicht materieller Natur sein und wird heutzutage auch nicht mehr ausschließlich der Braut zuteil. Foto: Pixaba (Public Domain)
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Als Morgengabe wird ein Geschenk des Bräutigams an seine Frischangetraute am Morgen nach der Hochzeit bezeichnet. Diese aus Österreich stammende Tradition diente in erster Linie dazu die Braut für die verlorene Jungfräulichkeit zu entschädigen und ihr eine finanzielle Absicherung im Falle eines frühen Gattentodes zu garantieren. Daher bestand die Morgengabe auch meist aus einem wertvollen Schmuckstück, dessen Wert durch den Ehevertrag bestimmt und sogar noch bis 2009 in Österreich rechtlich verankert war. Auch wenn die Morgengabe in der heutigen Zeit keine rechtliche Grundlage mehr erfährt und im Zuge der Gleichberechtigung auch die finanzielle Absicherung der Braut nicht mehr durch derartige Zuwendungen garantiert werden muss, entscheiden sich auch moderne Brautpaare immer häufiger zur Wiederbelebung dieser Tradition.


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Hierbei tritt der ursprüngliche Sinn der Morgengabe jedoch in den Hintergrund und dient nicht mehr der Entschädigung oder finanziellen Absicherung, es wird vielmehr der romantische Anlass genutzt, um der Braut eine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und sie somit in der Familie und dem Eheleben willkommen zu heißen. Aus diesem Grund wird auch meist ein Familienerbstück gewählt, das der Braut lange Freude bereiten wird.

Heute ist es inzwischen auch üblich, dass das Ehepaar sich gegenseitig am Morgen nach der Hochzeit beschenkt. Der Bräutigam wird hierbei häufig mit einer Armband- oder Taschenuhr oder eleganten Manschettenknöpfen überrascht. Wenn kein ideelles Geschenk wie ein Erbstück vorhanden ist, oder weder Braut noch Bräutigam Wert auf Schmuck legen, gibt es Alternativen, die in der heutigen Zeit sicherlich auch gut beim Ehepaar ankommen:

Romantische Auszeit

Starten die Frischvermählten nicht gleich nach dem Ja-Wort in die Flitterwochen, so kann die Morgengabe auch ein romantischer Kurzurlaub sein, bei dem das Ehepaar die erste Zeit bewusst genießen kann. Ein Wochenende in einem Romantik- oder Wellnesshotel bietet den idealen Rahmen für die wünschenswerte Zweisamkeit nach der anstrengenden Hochzeitszeit.

(Kostenlose) Kreativität

Auch wenn die Morgengabe traditionell der finanziellen Absicherung der Braut diente, so muss sie heutzutage nicht unbedingt materieller Natur sein. Zeit zu zweit bei einem romantischen Picknick im Grünen oder einfach das Vorbereiten eines ausgiebigen Hochzeitsfrühstücks kommen bei Frau und Mann sicherlich gut an. Auch ein graviertes Liebesschloss, das zusammen an seinen Bestimmungsort gebracht wird oder ein schönes Gemälde können als Morgengabe fungieren. Vermehrt gehen Bräute auch dazu über, schöne Dessous-Fotos für den Liebsten schießen zu lassen, die auch mit den Jahren noch als schöne Erinnerung an die Anfangszeit der Ehe erinnern.

Die Morgengabe sollte traditionell unter dem Kopfkissen des Beschenkten platziert werden – dies soll Glück bringen und fördert zudem den Überraschungsmoment. Sollte es sich bei der Morgengabe um ein Geschenk handeln, welches nicht unter ein Kopfkissen passt, so kann auch ein Hinweis in einem Kuvert unter dem Kissen platziert werden, um den Brauch zu bedienen und die Spannung zu erhöhen.

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