Die höfliche Hochzeit: Spaß statt Scham

Um das Hochzeitspaar an seinem großen Tag nicht zu verärgern, sollten Gäste bestimmte Verhaltensweisen vermeiden. Foto: Voyagerix
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Bevor die Hochzeit richtig gefeiert und feucht-fröhlich begossen werden kann, steht für das Brautpaar und seine Gäste jedoch erst einmal das Standard-Programm an, welches gemeistert werden muss. Viele Situationen sind sicherlich gelernt, gelten doch auch auf einer Hochzeit dieselben Höflichkeits- und Verhaltensregeln wie im Alltag, es gibt jedoch auch einige Manier-Malheure, die gerade bei Hochzeiten sehr unangenehm sind – und diese Fauxpas-Fallen kann man schneller stolpern, als man denkt.


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Bei Einladung Eile

Schon bei der Einladung können potenzielle Gäste sich richtig in die Nesseln setzen. Schon beim Eintrudeln der Save-the-Date-Einladungen und der Feststellung, dass man am Hochzeitstermin auf jeden Fall verhindert sein wird, empfiehlt es sich, das Brautpaar darüber schnellstmöglich in Kenntnis zu setzen. So kann dieses sich die richtige Hochzeitseinladung sparen und eventuell jemand aus der B-Liste, der zuvor nicht berücksichtigt wurde, nachrücken lassen. Ein absolutes No-Go wäre es, wenn man nicht absagt und einfach am Tag der Tage nicht erscheint. Das gilt auch für kurzfristige Absagen. Auch die Zusage sollte nicht allzu lange auf sich warten lassen, wenn man weiß, dass man den Termin wahrnehmen kann. Hier ist Eile geboten, schließlich will das Brautpaar, welches die Kosten meist pro Kopf kalkuliert, so früh wie möglich wissen, mit welcher Gästeanzahl es verbindlich rechnen kann. 

Dem Anlass entsprechend

Dass weibliche Gäste auf einer Hochzeit nicht zu einem weißen Kleid greifen sollten, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein. Aber eine Abendrobe oder ein schlichtes Sommerkleid könnten vielleicht over- bzw. underdressed sein. Hier kommt es wesentlich auf die Art der Hochzeitsfeier an. Lädt das zukünftige Ehepaar zu einer Garten- bzw. Scheunenfeier ein, ist ein legeres Outfit sicherlich passender als ein bodenlanges Seidenkleid. Wird in einem Sterne-Hotel oder gar einem Schloss gefeiert, könnte das luftige Blumenkleidchen jedoch schnell zu locker wirken. Ist man zu einer kirchlichen Hochzeit geladen und ist diese auch noch katholisch, so sollte man zudem darauf achten, sich nicht zu freizügig zu kleiden. Die Schultern sollte in jedem Fall bedeckt sein und auch das Dekolleté sollte während der Trauung, wenn es denn eher ausladend und in Szene gesetzt wird, mit einem Tuch verdeckt werden. Wenn es Entscheidungsschwierigkeiten bei der Kleiderwahl gibt, ist es immer ratsam, sich beim Brautpaar über den gewünschten Dresscode zu informieren oder gar zu erfragen, was sie tragen werden, um sich mit seinem Outfit anzugleichen, das Paar des Tages jedoch keinesfalls zu übertrumpfen.

Mindestens kostendeckend

Natürlich kann nicht pauschal gesagt werden, wieviel Gäste für das Hochzeitsgeschenk ausgeben sollten, kommt es doch auch auf die persönlichen Lebensumstände des Gastes an. Ein Student kann und sollte natürlich nicht soviel ausgeben, wie ein Bankvorstand. Generell sollte man, der Faustregel folgend, soviel ausgeben, dass das Brautpaar die Kosten, die es für den jeweiligen Gast hat, wieder reinkriegt. In der Regel liegen die Kosten pro Gast zwischen 40 und 100 Euro.

Neuland Kirchgang

Der sonntägliche Kirchgang gehört für viele nicht unbedingt zum wöchentlichen Ritus. Generell sind die Besuche von Gottesdienstes meist auf Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen beschränkt. Und auch die Unterschiede zwischen einem protestantischen und einem katholischen Gottesdienst können schnell für Verunsicherung unter den Gästen sorgen. Wer in punkto Abfolge und Riten nicht versiert ist, sollte sich lieber etwas weiter hinten in der Kirche platzieren und sich ruhig verhalten. Steht die Hochzeitsgemeinde auf, sollte man dies auch tun. Das Falten der Hände zum Gebet ist jedoch durchaus freiwillig und muss von Nichtgläubigen nicht praktiziert werden, wenn sie es nicht wollen. Alle weiteren Riten und Gesten aus dem Gottesdienst sollten nicht versucht werden zu kopieren – dies kann im schlimmsten Fall als blasphemisch gedeutet werden. Auch das Handy sollte entweder ganz ausgeschaltet oder zumindest auf den Flug-Modus geschaltet werden, um nicht unangenehm aufzufallen. Pünktlichkeit, am besten mit einer Vorlaufzeit von 15 bis 30 Minuten sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Die Glückwünsche nach dem Ja-Wort sollten unbedingt zuerst an die Braut gerichtet werden. 

Feier-Fauxpas

Das Brautpaar sollte unter keinen Umständen bloßgestellt werden. Gäste sind also durchaus gut beraten, dem Brautpaar keinen Programmpunkt aufzuzwingen, den es partout ablehnt. Eine Brautentführung gegen den Willen der Braut kommt sicherlich überhaupt nicht gut an. Bei anderen Programmpunkten hingegen, die der Gast wiederum nicht gut findet, sollte er seine Abneigung unbedingt für sich behalten und es vermeiden, abfällige Bemerkungen zu machen. Streit sollte auf einer Hochzeit auch unbedingt vermieden werden. Selbst noch so eindeutige Provokationen sollte man dem Brautpaar zuliebe einfach ignorieren und sich nicht reizen lassen. Wird das Buffet eröffnet und ist der Hunger auch noch so groß, sollte man sich auch hier eher in Zurückhaltung üben. Bloß nicht drängeln oder gar den Teller so vollladen, dass man Gefahr läuft auf dem Weg zurück zum Platz die Hälfte zu verlieren oder das Essen vom Teller unnötig erschwert wird. Auch beim Verzehr von Alkohol sollte Vorsicht geboten sein. Nichts in unangenehmer als ein Hochzeitsgast, der bereits vorm Eröffnungstanz lallt und schwankt. 

Aus den Augen…

…aber nicht aus dem Sinn! – Auch nach der Hochzeitsfeier sollten die Gäste dem Brautpaar übermitteln, dass sich ihre Mühe und Anstrengung zur Ausrichtung der Hochzeit gelohnt hat und man einen tollen Tag und ganz viel Spaß hatte. Dies geht sowohl mündlich als auch schriftlich. Eine schöne Idee ist es sicherlich, dem Brautpaar einen Brief oder eine Postkarte zu schreiben, in der noch einmal für die Einladung und das schöne Fest gedankt wird. Sollten Fotos der Feierlichkeiten gemacht wurden sein, freut sich das Brautpaar sicherlich auch über einige Abzüge für das private Fotoalbum. Die Antennenschleife, die häufig für den Autokorso nach dem Ja-Wort verteilt wird, sollte ebenfalls nicht direkt nach der Hochzeit vom Auto entfernt werden. Traditionell sollte diese solange an der Antenne bleiben, bis sie von allein abfällt. 

 

 

 

 

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