Die Brautführer – die stillen Zeremonienmeister

Auch die Brautführer erleben, ähnlich wie die Brautjungfern, eine Renaissance. Foto: zadorozhna

Auch die Brautführer, die früher noch so selbstverständlich zu einer Vermählung gehörten wie die Hochzeitstorte, ereilte im Laufe der Zeit das selbe Schicksal wie den Brautjungfern (regionalHochzeit.de berichtete) – sie gerieten in Vergessenheit. Hauptgrund für die Aufgabe dieser Tradition ist, dass die ursprünglichen Funktionen der Brautführer über die Jahre nicht mehr benötigt, oder anderen zugesprochen wurden.


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Brautführer damals

Wie der Name schon erahnen lässt, führte der Brautführer die Braut zum Altar. Diese Aufgabe übernimmt heutzutage in der Regel der Brautvater. Brautführer bildeten außerdem im Mittelalter das Pendant zu den Brautjungfern. Während diese die Braut vor spirituellen Gefahren schützen sollten, war es Aufgabe der Brautführer sie vor irdischen Gefahren zu bewahren. Sie sollten Räuber und Plünderer abwehren, die es auf den Brautschmuck abgesehen hatten.

Brautführer heute

Mit der Zeit änderten sich, wie die Aufgaben der Brautjungfern, auch die der Brautführer. Während die Brautjungfern aktiv in die Hochzeitsvorbereitungen einbezogen werden und der Braut möglichst viele Aufgaben abnehmen und somit für Entlastung sorgen, haben die Brautführer im Vorfeld keinerlei Aufgaben zu erfüllen. Sie sind nur indirekt für das Brautpaar tätig, fungieren viel mehr als rechte Hand des Trauzeugen und übernehmen kleinere Aufgaben, um die sich weder der Trauzeuge, noch das Brautpaar kümmern können. Der Job der Brautführer beginnt erst während der Trauung. Neben dem Hinein- und Hinausführen des Hochzeitszuges in Zusammenarbeit mit den Brautjungfern, geben die Brautführer Hilfestellung bei der Sitzordnung und sind beim Empfang der Gäste mit der Garderobe behilflich. Auch das Anzünden der Kerzen auf der Festtafel, die richtige Platzierung der Dekoration, sowie der Auf- und Abbau des Sektempfanges gehören zu ihren Aufgaben. Geht es dann zum geselligen Teil der Hochzeitsfeier, sind die Brautführer vor allem für die Musik verantwortlich. Hierzu zählen neben der Stückauswahl auch die Übermittlung von Musikwünsche der Hochzeitsgesellschaft sowie das Abstimmen auf die einzelnen Programmpunkte. Auch Vorbereitungen, die erst kurzfristig getroffen werden müssen, obliegen den Brautführern.

Wer wird Brautführer?

So wie die Brautjungfern, werden auch die Brautführer im engsten Freundes- und Verwandtenkreis „rekrutiert“. Meist bestimmt der Bräutigam seine Brautführer. Die Anzahl der Brautführer ist abhängig von der Anzahl der Brautjungfern. Von einem bis acht Brautführern ist alles möglich. Traditionell wird die gleiche Anzahl gewählt, um die Symmetrie zu wahren und Tanzpaare für die anschließende Feier zu bilden. Auch wenn die Brautführer während der Hochzeitsvorbereitungen höchstens den Trauzeugen zur Hand gehen, so sollte bei der Auswahl dieser doch auf Attribute wie Organisationstalent und Belastbarkeit geachtet werden.

Die Brautführer-Anzüge

Auch die Anzüge der Brautführer wird mit den Bräutigamen abgestimmt. Im Regelfall tragen die Brautführer farblich auf den Bräutigam abgestimmte Anzüge mit einheitlichen Fliegen oder Krawatten. Hier haben es die Brautführer sehr viel einfacher, als ihr weibliches Pendant, welches nicht nur die Farbe, sondern auch den Kleiderstil mit der Braut abstimmen muss.

Wer zahlt?

Die Brautführer zahlen selbst, oder der Bräutigam übernimmt die Kosten – auch hier ist, wie bei den Brautjungfern, beides möglich. Auch eine hälftige Übernahme der Kosten durch den Bräutigam ist möglich und letztendlich Abstimmungssache.

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