Der First Look – Intimität statt Öffentlichkeit

Die Emotionen beim ersten Blick aufeinander, stellen einen ganz besonderen Moment dar, den immer mehr Brautpaare lieber in Zweisamkeit verbringen möchten. Foto: Pixabay (Public Domain)

Natürlich ist der Hochzeitstag eine wahre Aneinanderreihung besonderer Momente: Das Ja-Wort, der erste Kuss als verheiratetes Paar, die Hochzeitsrede, der Eröffnungstanz und natürlich der Moment, in dem Braut und Bräutigam sich das erste Mal sehen. Traditionell fällt dieser Moment auf den Zeitpunkt, wenn die Braut, meist geführt vom Brautvater, die Kirche betritt und den Gang zum Altar beschreitet, wo ihr Liebster schon sehnsüchtig wartet. Selbst für sonst emotional recht beherrschte Männer ist dies ein Moment, in dem auch häufig ein paar Freudentränen nicht zurückgehalten werden können. Selbstverständlich wird dieser intime Moment zu gern von Hochzeitsfotografen festgehalten, sind es doch nicht nur Braut und Bräutigam, die gespannt auf den ersten „First Look“ warten, sondern auch die gesamte Hochzeitsgesellschaft – und genau da geht ein Stück Intimität verloren, die an diesem besonderen Tag eh schon Mangelware ist. Wer also auf der Suche nach einem besonderen Augenblick der Zweisamkeit vor dem offiziellen Programmablauf ist, lässt diesen magisch-romantischen Moment schon vorab festhalten: Bei einem First-Look-Shooting.


Anzeige

Der Ablauf

Wie genau das Shooting abläuft, kann das Brautpaar ganz frei entscheiden. Ob das Paar nun Rücken an Rücken aneinander gestellt wird und sich dann langsam umdreht, oder einer der beiden an einem idyllischen Ort auf die Ankunft des jeweils anderen wartet oder aber die Braut nach Beendigung des Stylings vom Bräutigam im Ankleidezimmer „überrascht“ wird – wichtig ist lediglich, dass sich das Brautpaar wohlfühlt und den Moment richtig genießen kann. Auch die Art der Aufnahmen können frei gewählt werden. Ob nun „nur“ Fotos, oder ein richtiger Kurzfilm, der vielleicht auch noch Szenen des Ankleidens beinhaltet – interessierte Paare sollten sich in beiden Fällen von einem Profi beraten lassen.

Den ersten Blick auf die wunderschöne Braut und den festlich gekleideten Bräutigam abseits des Hochzeitstrubels nur für sich zu realisieren, wird bei Paaren immer beliebter, teilt man doch in der Kirche diesen spannenden Moment mit allen anderen Gästen und kann seinen Emotionen nur für einen kurzen Augenblick freien Lauf lassen – wenn überhaupt, denn schließlich wartet der Pfarrer schon darauf, das Brautpaar zu trauen. Die private Umgebung macht den Moment emotionaler und somit „echter“.

Die Vorteile

Sicherlich ersetzt das First-Look-Shooting nicht den Gang zum Altar, sondern ergänzt diesen nur. Schließlich bleibt dieser Moment ja für die übrige Hochzeitsgesellschaft ebenfalls ein erster Blick. Vorteilhaft ist auch, dass das Brautpaar einen großen Teil der Anspannung durch den vorherigen Blick aufeinander vor der eigentlichen Trauung abbauen kann und sich somit weitaus besser auf diese einlassen kann. Auch wird das Brautpaar durch das Vorab-Shooting zusätzliche Zeit gewinnen, die sie mit ihren Familien und Freunden in aller Ruhe verbringen können. Auch der Sektempfang muss somit nicht ohne das Brautpaar stattfinden, da diese gerade ihre Hochzeitsfotos schießen lassen. Auch der Hochzeitsfotograf gewinnt mehr Zeit, um die Hochzeitsgesellschaft kurz nach der Trauung abzulichten. Das First-Look-Shooting sorgt für einen weiteren erinnerungswürdigen Moment des Hochzeitstages und nicht zuletzt macht es auch Sinn, einige Momente des stressigen Tages allein mit seinem Partner zu verbringen. Der schönste Tag im Leben sollte schließlich auch durch ungestörte Zweisamkeit gekennzeichnet sein.

Die Nachteile

Ein First-Look-Shooting ist trotz der Vorteile nicht jedermanns Sache und gerade traditionsbewusste und abergläubische Brautpaare werden sicherlich auch einige Nachteile finden, die sie von eben diesem abhalten, soll es doch Unglück bringen, wenn der Bräutigam die Braut vor der Hochzeit sieht. Auch scheuen viele dieses Shooting, um die Erwartungen der Hochzeitsgäste und vor allem der Eltern an den ersten Blick nicht zu enttäuschen. Auch befürchten viele, dass durch die gestellte Situation unter Beobachtung des Fotografen eine natürliche Reaktion nicht möglich ist, während in der Kirche die Augen vollständig auf die Braut gerichtet sind und der Bräutigam sich daher unbeobachteter fühlt und weitaus emotionaler reagieren kann. Die Shooting-Situation sorgt außerdem dafür, dass sich das Brautpaar eventuell mehr Gedanken über die eigene Reaktion macht und sich unbewusst selber manipuliert und sich vielleicht etwas theatralischer verhält, als es in der Kirche der Fall wäre. Viele sehnen sich auch gar nicht nach Zweisamkeit am großen Tag, sondern sehen den kompletten Hochzeitstag als Ergebnis intensiver Planung unter Beihilfe von Familie und Freunden, welchen daher kein Moment vorenthalten werden soll. Der erste Blick dreht sich für viele Paare nicht nur darum, dass sie ihn sieht, wie er sie zum ersten Mal sieht, es geht auch darum, dass alle anderen sehen, wie der Bräutigam die Braut zum ersten Mal sieht und ihre Reaktion darauf.

Medienpartner
Anzeigen