Damit die Gästeliste nicht zum Kriegsschauplatz wird

Auch bei der Gästeliste gibt es einige Fallen, die das Brautpaar umgehen kann, wenn es sich die richtigen Fragen stellt. Foto: Pixabay (Public Domain)
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Eine Hochzeit zu planen kann mitunter sehr nervenaufreibend sein und bringt das Brautpaar nicht selten an die Belastungsgrenze. Gerade das Erstellen der Gästeliste kann nicht nur für schlaflose Nächte, sondern auch zu Spannungen unter den Zukünftigen sorgen. Muss der entfernte Cousin, den man zuletzt vor zehn Jahren gesehen hat, wirklich eingeladen werden? Und wie verhält es sich mit alten Schulfreunden des Bräutigams, die in der Vergangenheit hauptsächlich durch schlechtes Benehmen aufgefallen sind? Was tun, wenn die Eltern die Gästeplanung an sich reißen? Um Streit zu vermeiden und sich auf ein klares „Auswahl-Prozedere“ zu verständigen, sollte das Brautpaar sich für die jeweiligen möglichen Gäste folgende Fragen stellen:


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1. Wie gut bzw. kennt man die Person überhaupt?

Natürlich erinnert sich die Braut noch an die Tochter der Nachbarn ihrer Eltern, schließlich haben sie vor gefühlten Ewigkeiten immer zusammen im Garten gespielt. Aber das ist natürlich kein Grund, diese Person (und auch die Nachbarn der Brauteltern) zur Hochzeit einzuladen – ganz egal, ob die Eltern das anders sehen und eventuell sogar noch ihren langjährigen Friseur einladen wollen. Die Hochzeit sollte ganz allein nach den Wünschen des Brautpaares gestaltet werden, schließlich ist es ausschließlich ihr Tag, in dessen Planung keiner eingreifen sollte.

2. Wie lange kennt man die Person?

Natürlich trifft man im Leben immer wieder auf Leute, die einem sofort sympathisch sind und mit denen man sich eine längere und intensive Freundschaft vorstellen kann. Aber sollten diese gleich zu so einem wichtigen und persönlichen Termin wie der Hochzeit eingeladen werden? Ist die Hochzeit generell im großen Rahmen geplant und kommt es somit auf einen Gast mehr oder weniger nicht an, kann das Brautpaar sich durchaus für eine Einladung entscheiden. Ist die Hochzeit eher elitär und im kleinen Kreis geplant, sollten auch wirklich nur Menschen eingeladen werden, die dem Brautpaar wichtig sind und mit denen sie schon länger eine intensive Beziehung pflegen.

3. Hat die Freundschaft Bestand?

Das kann natürlich vorausschauend keiner wirklich sagen. Oft entfernen sich langjährige Freunde aufgrund von Lappalien voneinander, zum Beispiel durch einen Umzug in eine entfernte Stadt, oder auch durch neue Lebenspartner. Sollte sich bereits zum Zeitpunkt der Hochzeitsplanung herauskristallisieren, dass einige Freundschaften eher auf der Kippe stehen und das Brautpaar sich auch im Privatleben von einigen Menschen distanziert (oder andersrum), so sollte keine Einladung aus Pflichtgefühl ausgesprochen werden. Genauso wenig sollten Gäste eine Einladung eines Brautpaares annehmen, wenn sie nicht mit vollem Herzen dabei sind. Die Kosten können auf beiden Seiten gespart werden.

4. Hat man die Person gern um sich?

Gemeinsame Stunden vergehen wie im Flug und Gesprächsthemen sind immer leicht zu finden, außerdem wird gern viel zusammen gelacht und unternommen? Dann sollten diese Personen unbedingt zur Hochzeit eingeladen werden. Doch der dem Alkohol stark zugeneigte Cousin dritten Grades, der schon immer die runden Geburtstage der Großeltern zu einer wahren Katastrophe hat werden lassen, kann getrost von der Gästeliste gestrichen werden. Wenn das Brautpaar ihn als „Gefahrenquelle“ für mögliche peinliche und eskalierende Situationen sieht, sollten diese im Vorfeld vermieden werden.

5. Sollten Kollegen eingeladen werden?

Das kommt ganz darauf an, wie das Verhältnis zu den Kollegen ist. Ist dies lediglich auf die reine Arbeitszeit begrenzt und finden keine privaten Unternehmungen zusammen statt, sollte auch die Hochzeit, als persönlichstes aller Ereignisse, privat gehalten werden. Sind die Kollegen hingegen Freunde geworden, so spricht nichts gegen eine Einladung.

6. Will die Person überhaupt eingeladen werden?

Es soll sie ja wirklich geben – die Hochzeitshasser. Sei es aufgrund einer eigenen gescheiterten Ehe, oder weil man diesem Lebensmodell einfach nichts abgewinnen kann. Diese Einstellung sollte das Brautpaar unbedingt akzeptieren. Einen griesgrämigen Gast auf der Hochzeit, der den ganzen Tag über die Mundwinkel nicht hochkriegt und das Programm schlimmstenfalls schlechtredet, kann kein Brautpaar gebrauchen. Diese Menschen nehmen es dem Brautpaar sicherlich auch nicht krumm, wenn sie keine Einladung im Briefkasten finden.

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