Brautjungfern – Die Rückkehr der fleißigen Helferinnen

Die alte Tradition der Brautjungfern lebt wieder auf. Foto: hreniuca

Lange Zeit sah man sie nur noch in romantischen Hollywood-Streifen, auf Hochzeiten in Deutschland hingegen ist die Tradition der Brautjungfern immer mehr in Vergessenheit geraten. Die Gründe hierfür sind vor allem die zusätzlichen Kosten für die Brautjungfern-Kleider, sowie das kitschige Image. Die Tatsache, dass Brautjungfern jedoch, entgegen dem gängigen Klischee, nicht nur schönes optisches Beiwerk sind, sondern darüberhinaus noch eine große Hilfe am Tag der Tage, führt dazu, dass die Damen aktuell eine Art Renaissance erleben.


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Brautjungfern damals

Doch woher kommt die Tradition der Brautjungfern? Ihre ursprüngliche Funktion war, böse Geister von der Braut abzulenken. Durch die schönen Kleider, die dem Brautkleid ähnelten, sollten böse Dämonen, die es auf die Braut abgesehen hatten, so verwirrt werden, dass es ihnen nicht mehr möglich war, die richtige Braut auszumachen und somit von ihrem Vorhaben, diese zu besetzen, abließen. Sie waren somit das Schutzschild gegen spirituelle Gefahren.

Brautjungfern heute

Mit der Zeit änderten sich auch die Aufgaben der Brautjungfern. Sie sind der Braut natürlich immer noch behilflich, allerdings mehr im Hinblick auf die Hochzeitsvorbereitungen und das Erscheinungsbild der Braut, als auf die Verwirrung von Geistern. Brautjungfern sorgen außerdem dafür, dass die Braut die Hochzeitsvorbereitungen richtig genießen kann und nehmen ihr dafür viele Aufgaben ab, sodass die gefürchtete Hochzeitspanik erst gar nicht aufkommen kann. Eine große Ehre für die Auserwählten, zeugt die „Nominierung“ doch von Freundschaft und Vertrauen seitens der Braut.

Wer wird Brautjungfer?

Die Braut wähl ihre Brautjungfern selbst aus, welche meist aus dem engsten Freundes- oder Verwandtenkreis „rekrutiert“ werden. Brautjungfern sollten zudem traditionell unverheiratet sein. Eher unüblich ist es, Brautjungfern zu wählen, welche ein engeres Verhältnis zum Bräutigam, oder aus dessen Verwandtenkreis stammen. In Deutschland werden meist drei Brautjungfern ernannt, die Anzahl kann jedoch auf bis zu acht fleißige Helferinnen aufgestockt werden. Die „Auserwählten“ sollten sich bewusst sein, dass die Ernennung nicht nur eine große Ehre ist, sondern auch viele Pflichten beinhaltet. Es ist daher von Vorteil, wenn sie bereits in der Vergangenheit durch organisatorisches Geschick aufgefallen sind und die nötige Motivation mitbringen.

Die Brautjungfern-Kleider

Die Braut wählt die Kleider ihrer Brautjungfern zusammen mit ihnen aus. Die Damen müssen sich nicht nur für eine Kleidfarbe entscheiden, sondern auch einen Kleiderstil wählen, der im besten Fall den Brautlook harmonisch ergänzt. Nicht ganz einfach, sollen doch die Kleider der Brautjungfern zwar ein Blickfang sein, den Brautkleid jedoch auch nicht die Show stehlen. Natürlich sollte jeder am Ende zufriedengestellt werden, das letzte Wort hat jedoch, wie zu erwarten, die Braut. Bei großen Hochzeitsfeiern, bei denen die Braut auch entsprechend auffährt, sollten auch die Brautjungfern Abendkleider tragen. Bei eher schlichteren Feiern, sollten auch der Look der Brautjungfern etwas zurückgenommen sein.

Wer zahlt?

Die Brautjungfern zahlen selbst, oder die Braut übernimmt die Kosten – beides ist möglich. Ausschlaggebend ist hier, welche Anforderungen seitens der Braut gestellt werden. Wird ein pompöses Abendkleid in nude mit entsprechenden Spitzen- und Pailettenapplikationen verlangt, sollte es selbstverständlich sein, dass die Braut die Kosten trägt. Ist die einzige Vorgabe jedoch, dass die Brautjungfern in Pastelltönen gekleidet sein sollten, so können diese auch selbst zahlen. Zahlen die Brautjungfern ihre Kleider selber, so sollte die Braut zumindest über eine Aufmerksamkeit für die tatkräftige Unterstützung ihrer Freundinnen in Form von Accessoires, oder eventuell benötigter Hotelübernachtungen, nachdenken.

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