Ein Brautpaar posiert an der LoveHate-Skulptur vor der Kaiserpfalz.
Ein Brautpaar posiert an der LoveHate-Skulptur vor der Kaiserpfalz. Foto: Stadt Goslar

Beliebtester Trauort der letzten zehn Jahre: Die Kaiserpfalz Goslar

Goslar. Am 1. Februar vor nunmehr zehn Jahren sei das Standesamt vom historischen Fachwerkhaus in der Rosentorstraße in die zweite Etage der Kaiserpfalz gezogen. Aus Sicht der Stadt habe sich dieser Umzug bewährt, da in dieser Zeit rund 3.500 Trauungen in der Kaiserpfalz vollzogen worden seien. Die Stadt Goslar berichtet.

Seit dem 1. Februar residiere das Amt also nun schon zehn Jahre in der Kaiserpfalz. Ebenfalls umgezogen sei damals auch das Biedermeierzimmer mit dem bekannten Spiegel. Immer noch werden Brautpaare nach ihrer Trauung von Fotografen und Familienmitgliedern zum traditionellen Foto vor diesem Spiegel aufgefordert. Die Kaiserpfalz sei bei den einheimischen und den vielen auswärtigen Brautpaaren eine besonders beliebte „Location“; ermöglichen doch Pfalz und Reiterstandbilder schöne Filmaufnahmen und manchen „kaiserlichen“ Schnappschuss. Das erkläre sicher auch, dass von den gut 3.900 Trauungen der letzten zehn Jahre knapp 3.500 in der Pfalz geschlossen worden seien. Dies restlichen Trauungen wurden beispielsweise im Klostergut Wöltingerode oder im Bergbaumuseum vollzogen.

Zehn Jahre Standesamt in der Kaiserpfalz



Es ziehe viele Paare aus den umliegenden Gemeinden zur Eheschließung nach Goslar. Und viele Menschen mit Goslarer Wurzeln kehren zur Eheschließung nach Goslar zurück. Aus städtischer Sicht habe sich der Umzug des Standesamtes in die Kaiserpfalz bewährt, obwohl die Eventwünsche von Brautpaaren und Hochzeitsgästen nicht immer mit den Besucher- und Touristenströmen der wichtigsten Sehenswürdigkeit Goslars zu vereinbaren seien.

Aus dem Tagebuch des Standesamtes:



Auch 2019 haben sich ungewöhnliche und lustige Szenen im Standesamt zugetragen. So habe ein Tätowierer direkt nach dem Ja-Wort im Trauzimmer Ringe auf die Finger des Paares tätowieren sollen. Aus Zeitgründen habe dieser Wunsch nicht erfüllt werden können. Ein anderes Paar sei zur Trauung mit einem Einkaufsroller erschienen, um sich nach der Eheschließung direkt von einem Servicetaxi eines örtlichen Einkaufsmarktes abholen zu lassen. Ziel: der Wocheneinkauf mit anschließender Heimfahrt per Servicetaxi. Ein Bräutigam sei durch einen Sheriff mit Handschellen und amerikanischem Auto „vorgeführt“ worden und habe trotzdem freudig sein Ja-Wort erklärt.

"Multi-Kulti" in der Kaiserpfalz



Ein Brautpaar, Anhänger der Gothic Szene, sei komplett schwarz gekleidet mit schwarzem Brautstrauß und auch schwarzen Eheringen erschienen. Beeindruckend gewesen seien die Gewänder der Gäste von Brautpaaren aus Indonesien, Indien, Sri Lanka, Thailand, Syrien und Iran. Zum Schmunzeln auch der Hinweis einer Braut an ihren Zukünftigen auf dem Weg ins Trauzimmer: „Du kannst es dir jetzt noch kurz überlegen. Ich bin zickig und kann nicht kochen.“ Er habe nicht geantwortet, aber unter großem Applaus der anwesenden Gäste „Ja“ gesagt.



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