Abheben unter Auflagen: Die Hochzeits-Drohne

Drohnenfotos sind beeindruckend, jedoch auch mit vielen Auflagen verbunden. Foto: Wojciech - Fotolia.com
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Um den schönsten Tag im Leben auch noch Jahre später präsent zu haben, sind professionelle Aufnahmen unerlässlich. Ob nun das frischgetraute Brautpaar in trauter Zweisamkeit, Gruppenfotos mit der Familie und unzählige Aufnahmen während der Feierlichkeiten: sie alle haben eins gemeinsam – die Perspektive. Während es vor einigen Jahren noch fast undenkbar war, Fotos aus anderen Winkeln als der Frontale zu machen, brachten die Selfie-Sticks diese immerhin schon über die Köpfe. Richtig hoch hinaus geht es jedoch erst mit einer Drohne, die imposante Fotos aus der Vogelperspektive liefert, wenn denn geltendes Recht und die damit verbundenen Auflagen eingehalten werden.


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Nicht nur die Beliebtheit der Luftaufnahmen nimmt stetig zu, auch die damit verbundenen Anforderungen und Auflagen an die Fotografen sind erst vor kurzem wieder verschärft worden. Daher ist dringend davon abzuraten, die unbemannten Flugobjekte selber zu lenken und dabei wohlmöglich noch nicht einmal die erforderlichen Genehmigungen und Versicherungen zu besitzen. Hier ist definitiv der Profi gefragt, um auch wirklich die Aufnahmen zu erhalten, die man sich wünscht und niemanden zu gefährden. Allerdings setzt der Gesetzgeber strenge Grenzen für die Aufnahmen aus der Vogelperspektive und hat diese erst im April 2017 durch die neue Drohnen-Verordnung noch einmal deutlich verschärft. Sicherlich wünschen sich fast alle Brautpaare Aufnahmen kurz nach dem Ja-Wort und vor der späteren Feier-Location, doch genau diese beiden Motive könnten zu einem Gesetzesbruch führen:

Hochzeitsfotos mit Hindernissen

Nach dem Ja-Wort, dem Ringtausch und dem Hochzeitskuss, die sicherlich alle medial festgehalten werden, nähert sich der nächste Höhepunkt: Der Auszug aus dem Standesamt oder der Kirche. Ein bewegender Moment, bei welchem die Frischgetrauten nicht selten von ihrer Familie und ihren Freunden gebührend empfangen werden. Selten ist auch nicht nur das Brautpaar mit seiner Hochzeitsgesellschaft ein echter Hingucker, sondern auch die Gebäude, in denen die Ehe geschlossen wurde. Da diese aber meist in Ortskernen oder Stadtzentren zu finden sind, können Drohnenfotos nur unter Auflagen realisiert werden, müssen doch auch entsprechende schriftliche Genehmigungen der benachbarten Eigentümer, deren Grundstücke überflogen werden, eingeholt werden, was aufgrund der meist hohen Anzahl dieser relativ schwierig sein wird. Auch unbeteiligte Passanten dürfen nicht einfach so abgelichtet werden, sondern müssen ihre Zustimmung erteilen, um das persönliche Recht am eigenen Bild zu wahren. In einer kleinen Dorfkirche mit Nachbarn, die das Brautpaar eventuell sogar kennt, könnte es durchaus gelingen, die entsprechenden Genehmigungen zu erhalten, in allen anderen Fällen ist der Motivwunsch mit großem Aufwand verbunden und das Brautpaar ist auf die Zustimmung der Nachbarn angewiesen.

Auch die Fotos der Hochzeitsgesellschaft vor der späteren Feier-Location können zum Problem werden. Liegt diese, wie Standesamt oder Kirche, ebenfalls in einem dicht besiedelten Gebiet, sodass angrenzende Wohngebäude überflogen werden müssten, um die gewünschten Aufnahmen zu erhalten, sind auch diese Aufnahmen schwer umzusetzen. Wählt das Brautpaar hingegen eine Location, die alleinstehend abseits von Orts- und Stadtkernen liegt, sind Drohnenaufnahmen durchaus unter folgenden Auflagen möglich: Zunächst muss der Eigentümer der Location eine Genehmigung für die Aufnahmen erteilen, ebenso die gesamte Hochzeitsgesellschaft, um eventuelle Bildrechte nicht zu verletzen. In beiden Fällen sollten die Genehmigungen schriftlich erfolgen. Findet die Feier auf einem Schloss, einer Burg oder ähnlichem statt, und sind diese Bauwerke und die dazugehörigen Grundstück eventuell trotzdem für Publikumsverkehr geöffnet, müssen die Aufnahmen so erfolgen, dass keine Fremdpersonen abgelichtet werden und diese sich auch nicht gestört fühlen.

Weitere Einschränkungen

Neben dem bereits erwähnten erforderlichen Genehmigungen, gibt es noch weitere Auflagen bzw. Einschränkungen, die erfüllt bzw. beachtet werden müssen. So sind Aufnahmen in Naturschutzgebieten oder in der Nähe von Flughäfen nur mit Sondergenehmigungen realisierbar, die jedoch in der Regel so kostenintensiv sind, dass Locations in der Nähe von ebendiesen Gebieten oder Einrichtungen schon bei der Planung verworfen werden sollten. Ebenso ist das Überfliegen von Bundesstraßen, Wasserstraßen oder Bahnlinien verboten, könnte doch sonst ein gefährlicher Eingriff in den Verkehr vorliegen. Hier ist ein entsprechender Sicherheitsabstand obligatorisch. Auch in der Nähe von Krankenhäusern oder Justizvollzugsanstalten ist der Betrieb von Drohnen untersagt. 

Drei Drohnen-Tipps

Wer sich der behördlichen Herausforderung stellen will und nicht auf seine Hochzeitsfotos aus der Luft verzichten möchte, sollte folgende drei Tipps beherzigen, sodass einer Durchführung auch wirklich nichts im Weg steht:

  • Nur Profis beauftragen: Nur erfahrene Drohnenpiloten die entsprechende Versicherungen und Genehmigungen besitzen, sollten mit der Durchführung beauftragt werden. Dies ist nicht nur für das qualitative spätere Ergebnis wichtig, sondern auch unter dem Gesichtspunkt eventuelle Personen- und Sachschäden zu vermeiden.
  • Vorsicht bei der Locationwahl: Wer schon in der Planungsphase weiß, dass er sich Luftaufnahmen seiner Hochzeit wünscht, sollte dies auch gleich bei der Auswahl der Feierlocation berücksichtigen. Alleinstehende Locations und die vorherige Einholung einer schriftlichen Genehmigung des Inhabers vermeiden spätere Probleme.
  • Wünsche kommunizieren: Ist der Drohnen-Profi gefunden, sollte das Brautpaar unbedingt die Wunschmotive mitteilen und sich entsprechend beraten lassen. Die Profis haben sicherlich schon einige Hochzeitsfotos aus der Luft geknipst und kennen sich bestens mit eventuellen Komplikationen aus und können eventuelle Verbesserungs- oder Gegenvorschläge machen.

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